Gesichtsmaskenpflicht – ein Graus für mich als Aspergerin!

In Zeiten der Covid-19 Krise kommen Themen zustande, über die ich nie nachgedacht habe, doch jetzt sind sie hautnah vorgedrungen. Hautnah, im wahrsten Sinne des Wortes. Die globale Infektion des Virus läuft darauf hinaus, dass es in vielen Ländern zu der sogenannten Gesichtsmaskenpflicht kommt. Das ist mein AUS für „Freigänge“, wenn es auch bei abendlichen Spaziergängen eingehalten werden muss.

Warum?

Ich schrieb schon in einem älteren Blog, dass ich absolut nichts in meinem Gesicht ertragen kann. Schminke ist für mich undenkbar und sogar die Brille/Sonnenbrille kann ich nur mit ständigem Juckreiz und Kratzen aushalten. Ich schließe mal auf übersensible Nerven im Gesicht, besonders im Bereich der Nase. Das kleinste Staubkorn, was meine Nase erreicht, verursacht Juckreiz. Nun eine Maske vor dem Gesicht zu tragen, wäre katastrophal für mich. Ich würde ununterbrochen meine Haut reiben und die Maske letztendlich von meinem Gesicht reißen.
Ich lebe als Gefährdete schon wochenlang isoliert, doch mein abendlicher Spaziergang bei Einbruch der Dunkelheit ist für mich sehr wichtig, um überhaupt in Bewegung zu bleiben. Wenn ich dann auch noch eine Gesichtsmaske tragen muss, werde ich das Haus nicht mehr verlassen. Geschäfte betrete ich schon lange nicht mehr, nicht nur wegen der Ansteckung, sondern auch wegen der scharfen Gerüche der Desinfektionsmittel. Beim letzten Besuch vor einigen Wochen erlitt ich ein Augen-Ödem, eine allergische Reaktion. Mein linkes Auge schwoll zu.

Ich nehme Gerüche um vieles stärker wahr und diese konstante Chemie verursacht direkt ein Kratzen in meinem Hals. Ich bekomme Hustenreiz wegen dem Zeug und kann mich deswegen schon nicht mehr in geschlossene Räume wagen. Wenn mein Mann nicht alles Nötige zum Essen und Versorgen heranholt, müsste ich einen Einkaufs-Service beauftragen. Einkauf per Internet auf ganzer Linie. Deswegen gebührt meinem Mann mein größter Dank! Er hilft mir über vieles hinweg.

Die Sinnes-Überwahrnehmung stößt nun an eine mir Angst machende Grenze – die Gesichtsmaske. Ich weiß, wie wichtig sie ist. Ich weiß, dass es unumgänglich ist. Ich weiß aber auch, wie unmöglich es für mich ist, sie zu tragen. Endloser Juckreiz würden mich plagen. Ich habe schon starke Probleme, Mützen anzuziehen, von Helmen ganz zu schweigen. Alles, was meinen Kopf berührt, ist schlimm für mich. Ich kann nicht einmal zum Friseur gehen. Wenn jemand meinen Kopf berührt, fühlt er sich wie eine explodierende Bombe an.

Die Zeit an sich, in der sich alles entschleunigt, tut mir gut. Ich weiß nicht was es ist, aber alles „unnatürliche“ war schon immer mein Feind. Bereits als Kind träumte ich von der Hütte im Wald. Nur Natur um mich herum. Der Traum wird immer realistischer, als hätte ich schon im Alter von 5 Jahren gewusst, wo ich hingehöre. Mir bleibt nur die Flucht in immer einsamere Gegenden, um das Leben noch auszuhalten.

Ich weiß nicht, wie es anderen Menschen mit Autismus in dieser Richtung ergeht.

Meine Hoffnung ist die, dass die Menschen auf ganzer Linie solidarisch den Virus bekämpfen. Auch ich werde meinen Teil dazu beitragen und mich an die Regeln halten, weil wir alle verzichten müssen. Ich werde das Haus im Falle einer Gesichtsmaskenpflicht nicht mehr verlassen, um andere zu schützen. Immerhin habe ich noch meinen Garten und werde dort den Sommer verbringen. Ein (doch) großes Glück in Zeiten der Sorge und Not. Das haben nicht alle.
Ich wünsche allen Gesundheit und dass wir uns eines Tages wieder ohne übermäßige Chemie und Vermummung begegnen können.DSCN3960

(Meine Blogs gibt es auch zusammengefasst als eBook oder  Printausgabe zum Lesen)

Ein Gedanke zu „Gesichtsmaskenpflicht – ein Graus für mich als Aspergerin!

  1. lizzzy07

    Was Brille betrifft: Ich brauche sie seit der ersten Klasse, insofern bin ich daran gewöhnt. Ansonsten geht für eine begrenzte Zeit vieles. Aber Maske bedeutet, mich noch mehr als sonst beim Einkaufen zu beeilen, um die Maske nicht länger als nötig aufbehalten zu müssen. Nach einer Viertelstunde wird es wirklich langsam unangenehm. Zum Glück ist das auch die Wegzeit, die ich in den Wald brauche. Da bin ich allein und gibt es keine Maskenpflicht.

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