Archiv für den Monat November 2014

Angst vor Freundlichkeit – oder Mangel an Empathie?

Ich bin ein sehr fröhlicher und freundlicher Mensch …, wenn man mich lässt. Damit meine ich, dass mein Gegenüber immer all meine Sympathie zu spüren bekommt, solange er aufrichtig und respektvoll bleibt. Erkenne ich niedere Absichten, die sich hinter der Freundlichkeit verstecken, ziehe ich mich sofort zurück, lösche alle positiven Gedanken an diesen Menschen und vermeide Kontakt bis hin zum totalen Abbruch.

Das hört sich erschreckend an, nicht wahr? Und viele könnten denken, ich muss doch ein furchtbar schlimmer Mensch sein. Das kann auch mit meinem fortgeschrittenen Alter und meinen Erfahrungen zu tun haben, dennoch … hier meine Gedanken dazu:

Ich glaube, die Menschen, die mich kennen und eine aufrichtige Freundschaft zu mir pflegen, können bezeugen, dass sie alles von mir erwarten können, was eine gute Freundschaft ausmacht. Ich kenne kein Limit. Ich habe dennoch festgestellt, dass Freundschaften vieler Menschen trotz List und niederen Absichten bestehen können. Ich beobachte Menschen, die sich anlächeln, obwohl sie sich überhaupt nicht mögen, und frage mich, wie sie das machen? Wie halten diese Menschen es aus, trotz großer Antipathie oder Abneigung zusammen zu arbeiten und sogar ihre Freizeit miteinander zu verbringen, ohne dass ihre Gedanken von einem schlechten Gewissen oder starkem Unwohlsein heimgesucht werden?

Ich habe mehrmals in meinen Beiträgen erwähnt, dass ich weder Klatsch noch Tratsch mag. Mobbing fühlt sich katastrophal an, weil es immer mit Hinterlist verbunden ist. Ich lese nicht einmal Zeitungen, weil sie von diesen Themen überquellen. Doch es scheint ein großes Bedürfnis in der Gesellschaft zu bestehen, genau das auszuleben. Es soll laut Psychologen sogar „gesund sein“ und ein besseres Selbstgefühl vermitteln, weil man sich durch die Abwertung anderer Menschen „gut stellen und gut fühlen“ kann.

Mir gelingt das einfach nicht. Ich bin nicht in der Lage, freundlich zu Menschen zu sein, denen gegenüber ich Abneigung empfinde. Das ist ein großes Problem. Flasche Freundlichkeit fordert von mir enorm viel Energie. Sobald ich in die Schulblade der Täuschung greifen muss, stehe ich völlig unter Stress, was mich später in tiefe Erschöpfung fallen lässt. Ich frage mich, wie andere Menschen dies den ganzen Tag über aushalten können. Ich finde es maßlos anstrengend, dem anderen ins Gesicht zu lügen und das Wissen in mir zu tragen, etwas Unrechtes getan zu haben. Aber ich habe auch keine Strategie, um eine unangenehme Wahrheit angenehm zu verpacken. Es bedeutet nicht, dass ich anderen frech oder respektlos begegne, nein, ich habe oft Angst vor der Freundlichkeit, die ich anderen entgegen bringen „muss“ und sage alles, von dem ich glaube, dass sie es hören wollen, obwohl ich nicht dieser Meinung bin. Dieses Lügen macht mir anschließend ein furchtbar schlechtes Gewissen. Doch das scheint eine der Regeln im Gesellschaftsleben zu sein. Lügen führen für mich zu einem unüberschaubaren Netz von Verwirrung, der ich nichts entgegensetzen kann. Es stresst mich maßlos, immer darüber nachzudenken, was ich dem anderen beim letzten Mal vorgelogen habe. Ich muss mein folgendes Verhalten darauf aufbauen, was alles noch komplizierter macht. Ich muss mich ständig an falsche Gedanken erinnern, um das Netz der Lüge nicht zusammenbrechen zu lassen und mich letztendlich vollends zu blamieren – mich in Frage zu stellen und mich als Lügnerin zu entlarven. In solchen Momenten entsteht eine große Angst in mir und ich bleibe lieber bei meiner ehrlichen Meinung. Die kann ich immer abrufen und vertreten, weil sie sich nicht ändert. Es ist sozusagen ein Griff in die „erste Schublade“, die für mich am leichtesten zu öffnen ist. Ich muss nicht in vielen anderen Schubladen des Gehirns herumstöbern, um mich an meine letzte Lüge zu erinnern und darauf aufzubauen. Das ist das Einfachste und Aufrichtigste und erspart mir viele Denkprozesse.

Ich habe bereits mit vielen Menschen über dieses Thema diskutiert. Den meisten macht das Verhalten, anderen die Unwahrheit zu erzählen, keine Probleme. Sie sagen: „Wieso, wenn der andere es doch so hören will.“ Heißt das, dass es für viele Menschen leichter ist, sich an Lügen zu erinnern und diese weiter auszubauen als bei der Wahrheit zu bleiben? Wie schaffen diese Menschen es, diesen Wirrwarr im Kopf auf Dauer zu überblicken? Ist es eine Form der Oberflächlichkeit im Umgang miteinander, frei nach dem Motto „der/die ist mir doch sowieso egal“. Warum sollte ich mit Menschen zusammen sein, die mir egal sind?

Mein Problem fängt jedoch schon an einer anderen Stelle an. Ich weiß oft nicht, was der andere hören möchte. Wenn er mir eine Frage stellt oder mich mit einem Thema konfrontiert, nehme ich sein Anliegen sehr erst und frage mich bei der Antwort nicht, was er erwartet, sondern gehe davon aus, dass ihn meine ehrliche Ansicht interessiert und ich ihm damit weiterhelfen kann. Falsch! Ich bin mittlerweile darauf trainiert, bei einer Antwort zuerst darüber nachzudenken, was der andere gerne hören möchte und dies mit meiner Ansicht abzugleichen. Das ist ein unglaublich komplizierter Prozess in meinen Gedanken, der mich sehr stresst und den man mitunter Strategie nennt. Strategie hängt unmittelbar mit der Empathie zusammen und ist einer der Gründe, warum ich fremde Situationen mit fremden Menschen und Gesprächen weitgehend meide. Mir fehlt diese Form der Empathie. Ich muss sie über komplizierte und anstrengende Verdrahtungen im Gehirn abrufen, was bei mir viel mehr Zeit benötigt als bei Menschen, die dieses Problem nicht haben.

Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass mein Denksystem nicht in der Menge funktioniert, also vermeide ich tunlichst bestimmte soziale Situationen.

Meine Angst vor Freundlichkeit kann ebenso in eine andere Richtung gehen. Wenn mein Gegenüber mir viel Freundlichkeit entgegenbringt, die ich immer mit positiven Absichten gleichsetze, und sich dann Stück für Stück herausstellt, dass diese aufgesetzte Freundlichkeit nicht das ehrliche Ziel hatte, sich gut mit mir zu verstehen, sondern bestimmte Belange des anderen regeln soll, sprich, er sucht verkappt meine Unterstützung oder nutzt mein Wissen für seine Ziele aus.
Das hört sich ziemlich paranoid an, nicht wahr? Aber nach vielen Jahren Erfahrung gestatte ich mir ein gewisses gesundes Misstrauen, ohne paranoid zu wirken.

Ich liebe Freundlichkeit, aber in einigen Situationen macht sie mir einfach Angst. Menschen, die mir aufrichtig und reinen Herzens begegnen und ihre Anliegen direkt offen ansprechen, haben bei mir immer eine größere Chance meine Hilfe oder Unterstützung zu bekommen als die, die es mit freundlicher Hinterlist versuchen.
Aufgrund solcher Ängste ziehe ich mich immer mehr aus der Gesellschaft zurück.
Mittlerweile habe ich gelernt, wenn mir ein fremder Mensch freundlich begegnet, nachzufragen, welche Absichten er hat. Lässt er sich auf die Frage ein und gibt mir eine Antwort darauf, verbuche ich es zunächst als ehrlich und bringe ihm mehr Vertrauen entgegen. Gibt er mir keine Antwort, vermute ich, dass es eine aufgesetzte Freundlichkeit mit niederen Absichten war. Es ist möglich, dass ich durch diese Art manche Menschen verschrecke, aber ich versuche immer, meinen Standpunkt und meine Ängste zu erklären. Kommt der andere damit nicht klar, wird er mich nie verstehen, und diese Freundschaft oder dieser Kontakt macht dann keinen Sinn.

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Vom Fehler, andere beeindrucken zu wollen

„Wenn du ins Wasser springst, dann benimm dich wie ein Fisch!“

Dieser Spruch hing jahrelang bei uns im Badezimmer, bis ich ihn voller Wut entfernte, weil er mich dazu zwang, mich immer weiter von meinem wahren “Ich” zu entfernen. Mein Leben drehte sich ständig um den Gedanken, mich anzupassen. Eine der wohl wichtigsten Verhaltensweisen in unserer Gesellschaft.

Wie viel muss ich von meinem „Ich“ aufgeben, um bei einer bestimmten Person Eindruck zu schinden, um z.B. eine Arbeitsstelle oder eine bestimmte Position in der Gesellschaft zu erhalten? Wie nimmt mich mein Gegenüber wahr und welche Rolle muss ich weiterspielen?

Da bei mir soziale Interaktionsprozesse gegenüber fremden Menschen und Situationen nicht sehr gut ausgebildet sind, bin ich ständig darum bemüht, sie künstlich anhand von Gelerntem zu erzeugen und abzurufen. Ich überlege ständig, was nun wohl das richtige Verhalten oder die richtige Reaktion wäre, um positiv mitzuwirken. Was anderen als Intuition in die Wiege gelegt wurde, ist für mich harte Arbeit und gedanklich immer mit den Begriff „beeindrucken“ verbunden. So nenne ich mein Verhalten, wenn es den Erwartungen der Gesellschaft angepasst sein soll. Meine Definition des Begriffes ist sicher von der der NTs verschieden.

Das Leben ist ein riesiges Theater! Es werden Rollen verteilt und jeder schlüpft in eine hinein. Deckt sich diese Rolle überhaupt mit der wahren Identität?
Bei mir war es bis vor drei Jahren, als ich erstmals vom Asperger Syndrom erfuhr, nicht der Fall.

Ich glaube, es gibt keinen öffentlichen Bereich auf dieser Welt, in dem man nicht eine Rolle spielt. Schon früh entdecken Kinder ihre Freude am Verkleiden. Beim Vorlesen von Geschichten lieben sie es, wenn der Vorleser seine Stimme verstellt. Man entwickelt im Laufe des Lebens eine Vorstellung davon, wer man gerne sein möchte. So begegnet man seinen Mitschülern, Lehrern, späteren Chefs und natürlich seiner Familie.
Was aber, wenn diese Rolle vollkommen von dem abweicht, der man wirklich ist?
Dann ist „Error“ vorprogrammiert.

Ich hatte ständig das Gefühl, dass meine Persönlichkeit, Wahrnehmung und Ansichten von denen anderer abwichen und deswegen korrekturbedürftig seien. Ich wollte dazugehören und so begann ich mir Verhaltensweisen zu merken, mit denen ich beeindrucken oder Eindruck schinden könnte, unabhängig davon, wie ich dieses Verhalten wirklich fand. Es ging mir immer um die Meinung der anderen, nie um meine eigene.

Wenn man diesen Prozess viele Jahrzehnte mitmacht, verselbstständigt er sich und bei mir führte es zu einem starken Verlust meiner echten Persönlichkeit. Ich verbog mich bis zur Unkenntlichkeit, um nicht ausgegrenzt zu werden. Schließlich lernte ich den Beruf der Erzieherin und musste mit vielen Kindern und Eltern zusammenarbeiten. Ich entwickelte ein Spezialinteresse für die Psychologie und konnte anhand der Texte in vielen Büchern mein Verhalten trainieren.

Warum ist es in unserer Gesellschaft so wichtig, „Eindruck zu schinden“? Bereits der Begriff „schinden“ ist mit Stress und Anstrengung verbunden. Ein geschundener Mensch oder eine geschundene Seele sind Ergebnisse von Prozeduren, die zu Krankheit oder gar in den Tod führen. Dabei fängt der Prozess ganz früh an.
Wir alle möchten im Bad der Gesellschaft mitschwimmen, also kaufen wir Badehosen und machen unser Seepferdchen. Wir leben in einem sozialen Miteinander. Die ersten Voraussetzungen sind geschaffen. Dann wird es kritisch. Wollen wir es überhaupt bis zum Rettungsschwimmer schaffen oder wollen wir lieber zu einer anderen Sportart wechseln? Die Statistiken, Ämter, Werbefirmen und die Gesellschaft geben ein Raster vor, wo Bedarf besteht. Anpassen, heißt es nun. Ich muss beeindrucken, irgendwie positiv auffallen, dann schaffe ich es auch in dieses Raster hinein.

Für mich bedeutet „beeindrucken“ puren Stress. Ich muss auf eine Kleiderordnung achten, meine Frisur, Statussymbole wie Auto, Wohnung…, Mimik, die Preisgabe meiner Hobbys und letztendlich die persönliche Weltanschauung. Das alles muss ich jemandem oder etwas anpassen, um mich in eine bestimmte Position zu bringen. Die Gesellschaft erwartet es. Nun beginne ich mit dem „Beeindruckungsprozess“. Was könnte jetzt besonders gut punkten? Ich verliere die Sicht auf mein eigentliches Selbst und präsentiere immer mehr einen Menschen, der ich nicht bin.
Bei mir sind solche Prozesse früher oder später auf „Zusammenbruch“ programmiert. Ich habe es mehrmals ausprobiert und nie länger als vier Jahre in einer solchen Rolle ausgehalten. Umso mehr bin ich von Menschen überrascht, die dies ein ganzes Leben lang können und denen es nichts ausmacht. Sie haben eine Form der Gelassenheit oder Ignoranz an sich, die dies möglich macht. Beides fehlt mir.

Ein anderes – simples – Beispiel wäre die Liebe. Ich treffe einen Menschen, zu dem ich direkt eine starke Zuneigung empfinde. Wie gewinne ich seine Aufmerksamkeit? Indem ich beginne, ihn zu beeindrucken. Ich versuche herauszufinden, was er mag, und beginne, mich ebenfalls dafür zu begeistern. Teile ich nämlich mit, dass ich seine Interessen nicht mag, befürchte ich, dass er mich ablehnt. Durch diese künstliche Begeisterung beginnt ein Prozess des Verbiegens, der solange weitergeht, bis eine Energiegrenze erreicht ist und ich zusammenbreche. Dann kommt die Wahrheit ans Licht.
Ist es nicht einfacher, sich direkt so zu zeigen, wie man wirklich ist? Auch auf die Gefahr hin, dass der andere einen ablehnt? Er wird es früher oder später sowieso tun. Es ist die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, die uns oft drängt, uns anzupassen. Wir geben nicht gerne einen Menschen auf, der uns gut gefällt. Doch schlussendlich ist es der leichtere Weg, wenn zu viel Verschiedenheit besteht. Leider lassen unser Verstand und Herz das nicht so leicht zu. Unser Glaube, dass es noch gelingen kann, treibt uns an, weiterhin diesen Menschen zu beeindrucken. Bis der innerliche Schmerz der Enttäuschung zu groß wird und die Wahrheit ans Tageslicht kommt.

Der beste Fall ist, wenn das System des „Eindruck Schindens“ erst gar nicht in Gang gesetzt werden muss. Wenn der andere, für den wir große Sympathie empfinden, uns so nimmt, wie wir wirklich sind. Mit all unseren Schwächen und Problemen. Oder der Chef in meiner Arbeitsstelle, der sich auf meine Probleme einstellt. Ebenso der Freundeskreis, der meine Ansichten und Bedürfnisse integriert. Dies sind „1. Wahl-Partner“ im Leben. Alles andere erfordert zu viel Kraft und endet meistens mit einer Trennung.

Erst wenn ich beginne, andere Menschen nicht mehr beeindrucken zu wollen, wird das in meinem Leben passieren, was mir gut tut. Es werden Menschen und Situationen auf mich zukommen, die mir Energie geben statt sie zu nehmen. Ich muss sie nur erkennen und wahrnehmen!
Ich darf nicht vergessen, mich ehrlich mitzuteilen, um den Anderen die Chance zu geben, mich zu verstehen und anzunehmen.

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Die Theorie „Mensch ärgere dich nicht“

Dies ist ein sehr gewagter Beitrag, aber ich möchte ihn trotzdem gerne veröffentlichen. Er hat nicht direkt mit dem Asperger Syndrom zu tun, aber indirekt. Ich versuche einmal meine Weltanschauung zu verdeutlichen. Sie mag auf einige vielleicht banal oder gar überzogen wirken, aber sie hat ein Fundament, das meines Erachtens nicht gerade instabil ist.

Also sage ich mal, wenn du dies hier liest:

„Mensch ärgere dich nicht“!

Kennst du dieses Spiel noch?

Ich glaube, es ist das meistgespielte und beliebteste Spiel in Deutschland.
Das Ziel dieses Spieles ist es, andere aus dem Rennen zu werfen, um damit zu gewinnen. Man kann sie einfach, wenn die Zahl auf dem Würfel stimmt, rauskicken. Ja, das Kicken macht Spaß! Und dann hast du gelacht! Weil es so viel Spaß gemacht hat! Du willst siegen, gewinnen, als Erster ankommen …

Tut mir leid, aber ich mochte dieses Spiel nie. Viele in meiner Familie haben versucht, mich zu diesem Spiel zu bewegen, aber ich spielte es nicht. Auch nicht mit meinen Kindern. Auch nicht als Erzieherin im Kindergarten. Damals hatte ich keine Erklärung dafür. Heute habe ich sie. Sie ist ziemlich offensichtlich.
Ich bin ein Teamplayer und immer daran interessiert, mit allen gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Ich mag es nicht, andere hinauszukicken oder zu mobben, sondern ich möchte mit ihnen in Harmonie zusammenarbeiten und leben.

Ich spielte als Kind gerne Halma und Backgammon, weil ich durch geschicktes Kombinieren nach vorne kam. Es geht dabei sicher auch ums Gewinnen, aber das war für mich zweitrangig. Ich fand es immer faszinierend, wie der andere mit mir zusammen Wege und Möglichkeiten schuf, um ans Ziel zu kommen. Dabei waren Logik und (für mich sehr wichtig) offene Strategien gefragt. Für mich waren es Gemeinschaftsspiele, bei denen mich der Spielprozess begeistert hat, nicht das Ende.

In frühester Kindheit wird uns spielerisch eine Methode beigebracht, uns an dem Niedergang anderer Menschen zu erfreuen. Dabei hat das Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ wenig mit logischem Denken zu tun, nur unterschwellig. Es ist ein Glücksspiel. Wenn wir Glück haben und eine passende Zahl würfeln, können wir den anderen einfach rausschmeißen. Glück ist immer positiv besetzt. Oder?

Anderes – simples – Beispiel: „Schwarzer Peter“. Keiner will ihn haben und hofft, dass der andere ihn bekommt. Hallo? Warum sollte ich anderen etwas Schlechtes wünschen, nur um mich zu freuen? Ich soll Schadenfreude dabei entwickeln lernen. Der, der ihn gezogen hat, fühlt sich in der Runde seiner Mitspieler direkt schlecht, denunziert, ausgestoßen und ängstlich. Er hofft, dass der nächste den schwarzen Peter zieht. Also versucht er mit seinen Karten den anderen so zu täuschen, dass er ihn loswird. Warum gibt es dieses Spiel eigentlich, wenn doch niemand den schwarzen Peter haben will? Was wird gefördert? Frust und Täuschung. Mir war dieses Spiel immer sehr unangenehm.

Anders Beispiel: Das Kriegs-Brettspiel „Risiko“ kam zu einer Zeit heraus, in der sich Greenpeace und „die Grünen“ gründeten. Friedensdemos waren in Mode gekommen, also Gegner des Krieges. Für alle, die nichts davon hielten, gab es jetzt „Risiko“.
Hier die Beschreibung des Spieleherstellers :
„Das große Strategiespiel um die Eroberung der Welt.
Der unangefochtene Klassiker unter den Strategiespielen bringt Spannung mit vier Spielvarianten und Unterhaltung in jede Spielrunde. Befreie ganz im Stil Napoleons Länder und Kontinente von Besatzungsarmeen und schalte deine Mitspieler mit geschickten Spielzügen aus.“
Super! Eine perfekte Vorbereitung für das spätere Berufsleben.
Das Spiel wurde nach kurzer Zeit verboten, weil sich der kriegerische Charakter zu offensichtlich zeigte, aber nach einigen Jahren doch wieder zugelassen, dann, als genug Pädagogen pädagogische Gegen-Grundsätze fanden. (Man kann alles pädagogisch erklären. Alles ist eine Frage der Betrachtungsweise.)

Meine Beispiele anhand dieser Spiele klingen natürlich überzogen, doch ich möchte gerne ein Gesellschaftsproblem damit verdeutlichen.
Wie schnell bekommt ein lustiges Spiel Impfcharakter? Impfen heißt, dass man die Form der Denk- und Vorgehensweise übt, verinnerlicht und sie ins realen Leben übernimmt oder einbringt. Wenn man an das Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ denkt, findet man offensichtlich inhaltliche Parallelen zum späteren Leben. Man schult den „Ellbogen“ für später. Man trainiert ihn. Wer trainiert, beherrscht das Trainierte irgendwann.

Ich kann mich erinnern, dass ich ungefähr 14 Jahre alt war, als meine Familie das Kriegsspiel „Risiko“ kaufte. Begeisterung erfasste die ganze Familie. Ich spielte einmal mit und dann war es für mich erledigt. Abgelehnt. Man unterstellte mir, ich könne nicht verlieren und sei zu dumm dafür. Falsch, ich kann und konnte immer schon gut verlieren, weil bei mir immer der Spaßfaktor beim Spiel zählte/zählt. Ich besitze kein Wettbewerbsdenken, bin auch ein schlechter Stratege, … aber dumm? Bin ich dumm, weil ich keine Kriegsspiele mag, bei denen es immer das Ziel ist, den anderen zu vernichten? Ich sollte Krieg spielen und mir Gedanken darüber machen, wie ich andere Länder zerstören und die Weltmacht an mich reißen könnte? Na toll! Ich sah darin damals einen dramatischen Eingriff in meinen Gerechtigkeitssinn und mein Fairnessdenken und lehnte das Spiel sofort ab, weil ich es unmöglich fand, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Freude damit zu machen, sich gegenseitig so niederträchtig zu vernichten.
Mir war und ist immer noch egal, ob ich etwas gewinne oder verliere. Es geht mir nur um eine soziale Methode. Ich finde diese Spiele unsozial.

Ich könnte unzählige Spiele aufzählen, die mit dieser Strategie arbeiten. Zum Teil werden sie „von Pädagogen empfohlen“. Ist es pädagogisch wertvoll zu lernen, wie man andere rauskickt oder vernichtet?
Natürlich ist mir klar, dass man durch Spiele Logik und Strategie erlernt, aber muss es denn auf eine Weise sein, mit der man andere gezielt ausschaltet?
Es gibt so viele gute und aus meiner Sicht pädagogisch wertvolle Spiele wie Halma, Mikado, Jenga, Elfer raus, Superhirn… oder einfache und didaktische Puzzle, bei denen man genauso Logik und Strategie lernen und schulen kann, ohne einen anderen zu vernichten oder auszuschalten.

Was mir auffällt, ist, dass es vielen Menschen einfach Freude zu bereiten scheint, andere verlieren zu sehen. Das löst Triumph- und Machtgefühle aus. Sicher, es gibt auch viele Menschen, die den Spielecharakter hinter all diesen Spielen erkennen und trotzdem sehr sozial bleiben, aber wühlt nicht in jedem so ein kleiner Teufel „doch gewinnen zu wollen“? Was ist wirkliches Gewinnen?

Bei mir entsteht das Gefühl von Triumph, wenn ich mit einer Gruppe, also meinen Mitmenschen zusammen, ein tolles Ziel erreiche und jeder mit seinen Fähigkeiten dazu beigetragen hat. Das bezieht sich auf all unsere Mitmenschen, die Hilfe benötigen, den Umgang mit der Natur und den Tieren und die Arbeitswelt. Nur so funktioniert für mich ein gutes Zusammenleben.
Ich mag keine Wettkampfspiele, weil sie den Verlierern ein schlechtes Gefühl vermitteln, obwohl sie ihr Bestes gegeben haben. Ich mag es, wenn jemand sein Bestes gibt und neidlos dafür anerkannt wird.
Als ich in meiner Kindheit und Jugend an einigen Wettbewerben teilnahm, schämte ich mich, wenn ich den ersten Platz gewonnen hatte. Ich schämte mich, dass andere sich wegen mir degradiert fühlten, also schlecht. So ist es heute noch.

Die Spiele, die ich soeben genannt habe, fördern Neid und achtloses Vorgehen ohne Rücksicht auf den anderen und vielleicht mag mein Beispiel wirklich arg überzogen klingen, aber es verdeutlicht eine Theorie oder Methode, die meines Erachtens nach nicht gut für unsere Gesellschaft ist.
Sicher, es wird diese Spiele immer geben, aber wenn bereits im frühen Kindesalter den Kindern Freude am „Rauskicken“ anderer vermittelt wird, was will die Gesellschaft dann erwarten? Wenn Jugendliche heute diese Baller- und Blutspiele spielen, was ist dabei anders als bei „Mensch ärgere dich nicht?“ Kann es sein, das unsere Jugend einfach nur resistent gegen diese alten Spiele geworden ist, weil die Reizüberflutung sie immer mehr abstumpfen lässt und verschärfte Spiel-Versionen benötigt werden, um Spaß und Freude zu empfinden? Steuert die Gesellschaft nicht auf einen riesigen Amoklauf zu?

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Das Telefon – mein Feind

Es gibt Dinge, die benutze ich nicht, weil ich die dahinterstehende Technik nicht verstehe. Ich erarbeite mir jegliches technisches Wissen mit viel Mühe und unter großem Stress. Deswegen besitze ich kein Handy, Smartphone oder wie diese Dinger eben heißen. Es liegt nicht nur an meinem technischen Unverständnis, dass ich keines dieser neuzeitlichen Geräte besitze, nein, Telefonate bringen ständig meine Tagesabläufe durcheinander. Ein Handy zwingt mich dazu, in Situationen zu reden, in denen ich nicht dazu in der Lage bin. Telefonieren bedeutet für mich Stimmungssache, besonders wenn es sich um soziale Gespräche handelt. Natürlich gibt es die Möglichkeit, sie auszuschalten, aber gleichzeitig frage ich mich, wofür ich sie habe. Damit ich von meiner Seite jemanden erreichen kann? Will ich das denn?

Ich konnte früher nie jemanden von unterwegs erreichen und muss es heute ebenso wenig. Diese Neuzeiterscheinung versucht mich dennoch immer wieder über Werbung zu überzeugen, dass ich ohne Handy nicht existieren könnte. Es soll alles einfacher und bequemer machen, aber auf mich wirkt es furchtbar belastend, wenn ich das Gefühl bekomme, immer und überall erreichbar zu sein. Natürlich gibt es Ausnahmen, z.B. wenn man einen Termin nicht einhalten kann, weil etwas Unvorhergesehenes dazwischen gekommen ist, aber dies passiert bei mir so gut wie nie. Und wenn, dann kann ich dieses Problem hinterher immer noch regeln. Soll ich tatsächlich dafür eine SIM-Karte kaufen? Ein Guthaben mit mir herumtragen, das ich nie einlöse? Ich warte, bis es abgelaufen ist, um es zu erneuern? Welch ein Irrsinn!

Ich habe einen Festnetzanschluss. Das reicht!

Bestimmte Telefonate muss man bei mir anmelden, bzw. ich muss mich auf sie erst einstellen. Es fällt mir sehr schwer, spontan den Anruf eines Freundes entgegenzunehmen, wenn ich erschöpft und müde bin. Der andere hat keine Chance, mit mir ein gutes Gespräch zu führen.
In der heutigen Zeit bin ich für diese Rufnummernübertragungen dankbar, so dass ich sehen kann, wer anruft. Ist es derjenige, mit dem ich einen Gesprächstermin vereinbart habe oder eine unerwartete Person, auf die ich nicht eingestellt bin? Ist am anderen Ende ein Langzeitredner oder ein Kurzzeitredner? Bei Langzeitrednern kann ich aus Zeitgründen manchmal nicht abheben, weil ich Probleme habe, ein Gespräch abzubrechen. Es gibt Menschen, die kommen von Hölzchen auf Stöckchen und überhören pfleglich meine Andeutungen, das Gespräch jetzt zu beenden, weil ich etwas anderes zu tun habe. Ich höre oft: „Nur noch eine Minute“, oder „Nur noch eine Sache“, und schon sind wieder 15 Minuten rum. Nicht selten bringe ich mich mit meiner inkonsequenten Haltung in Schwierigkeiten. Ich komme zu spät zu Terminen oder beginne zu spät zu kochen. Dann werde ich sehr wütend auf mich, weil ich wieder nicht „nein“ sagen konnte und meinen Ablauf selbst durcheinander gebracht habe. Seit der Rufnummernübertragung ist es möglich, bestimmte Anrufe erst gar nicht entgegenzunehmen. Das hört sich sehr unhöflich an, aber es ist für mich die einzige Art und Weise, mich zu schützen.

Fachgespräche zu meinen Büchern oder Interessen kann ich mühelos spontan bewältigen, weil mir ein großes Wissen zur Verfügung steht und ich sehr inspiriert mit dem anderen diskutieren kann. Spontane soziale Gespräche, sogenannte Smalltalks am Telefon, fallen mir sehr, sehr schwer, zumal wenn es um Probleme geht, die ich mit dieser Person bereits mehrmals durchdiskutiert habe. Es stresst mich ungemein, wenn Menschen immer wieder die gleichen Probleme durchkauen müssen. Ich weiß, dass es ihnen hilft, nur darüber zu reden, aber irgendwann, finde ich, muss Schluss sein. In solchen Situationen kann ich nur sehr schwer reagieren und freundlich bleiben.
Ich kann Menschen nicht verstehen, die sich stundenlang am Tag etwas zu erzählen haben, die lachen und witzeln herum, als hätten sie sich monatelang nicht gesprochen. Dabei haben sie erst gestern noch miteinander geredet oder sich gesehen. Es ist für mich befremdlich, so viel Stoff auszutauschen, denn ich nehme an, dass mindestens die Hälfte davon niemanden interessiert.

Besonders albern finde ich es, wenn Menschen an der Kasse am Smartphone Gespräche entgegennehmen, obwohl sie sich gerade in der Kaufabwicklung befinden. Es ist ziemlich anstrengend, überall erreichbar zu sein, weil man nicht mehr in der Lage ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Ich finde es sehr unhöflich, wenn Gäste bei einer Feier Gespräche entgegennehmen, obwohl die Feier dadurch gestört wird. Wie groß ist die Sucht, dass sich viele Menschen ständig mitteilen müssen, wo sie gerade sind und was sie gerade beschäftigt?

Ich kann und möchte dies alles nicht, deswegen mache ich mich weitgehend unerreichbar.
Ich besitze einen Festnetzanschluss ohne Anrufbeantworter. Das kommt meinem technischen Unverständnis sehr entgegen. Ich bin dankbar, nicht diese technisch-fortschrittliche Neugierde zu verspüren.

Es gab eine Zeit, in der ich einen Anrufbeantworter eingeschaltet ließ. Es war eine furchtbare Zeit! Bis zu 20 Anrufe täglich befanden sich auf dem Gerät, die mich in großen Stress versetzten, denn alle baten um Rückruf. Das führte bei mir zu einem Overload. Ich rief mit großer Wut zurück und entschied, den Anrufbeantworter wieder auszuschalten.
Ich weiß, wie schwer es für Behörden oder Geschäftspartner ist, wenn man mich nicht erreichen kann, aber ich habe es weitgehend anders geregelt. Ich habe allen meine Email-Adresse gegeben und bat sie, mich darüber zu kontaktieren. Zudem bin ich über Facebook erreichbar. Mit diesen Möglichkeiten verschaffe ich mir Zeit zum Antworten und kann mir jedes Wort gut überlegen.

Ich möchte wirklich nicht wissen, was jederzeit überall bei meinen Freunden los ist und welche App ich unbedingt benötige, um das Wetter auf der ganzen Welt oder das Sonderangebot im nächsten Geschäft zu erfahren. All dieses Wissen würde meine Hirn-Kapazität sprengen. Wie kann ein Sonderangebot sinnvoll sein, wenn ich jeden Monat eine beachtliche Gebühr für dieses Smartphone oder dessen Vertrag bezahle, um dies zu erfahren?

Wenn ich etwas zu sagen habe, schreibe ich es lieber nieder, versende Emails oder lasse Geschichten in Büchern entstehen. Ich schreibe bereits ein Leben lang Tagebuch, wenn mich etwas beschäftigt. Wenn ich an die Öffentlichkeit gehen möchte, nutze ich Facebook. Ich verspüre nicht das Bedürfnis, jederzeit allen zu erzählen, was mich belastet oder erfreut. Das nützt doch keinem und würde auch nichts ändern. Nur ganz wenige Menschen dürfen mich jederzeit anrufen. Es sind Menschen, denen ich mein Vertrauen schenke und die aus meiner Sicht sinnvolle Sorgen mit mir teilen.

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Maskenball – jeder zeigt sein wahres Gesicht

Wie kurios! Erst durch eine Verkleidung zeigt so mancher sein wahres Ich.

Die Menschen lieben Verkleidungen, nicht nur am Körper, nein, auch das Gesicht muss verborgen werden – hinter Masken oder Schminke. Je weniger man den Menschen erkennt, je besser die Maskierung, desto beliebter ist man an den Karnevalstagen.

Für mich hat die Karnevalszeit mehr Wahrheitscharakter als das Leben dazwischen.
In der ganzen Welt gibt es ähnliche Veranstaltungen, in denen die Menschen ehrlich zeigen, wie sie sind und was sie sich wünschen. Ist das verrückt?

Ich erinnere mich an den Rheinischen Karneval in meiner Kindheit. Eine Zeit, die ich überhaupt nicht mochte. Ich wollte mich nie verkleiden, weil ich nicht wusste, wer ich außer mir selbst sein sollte. Es gibt Bilder von mir, die mich mit ca. fünf Jahren in einem Prinzessinnenkostüm zeigen. Ich erinnere mich vage: die Lippen geschminkt, den Kopf mit Krone und Tüll umhüllt und mit einem gequälten Gesichtsausdruck. Ich muss unter dieser Verkleidung sehr gelitten haben.

Bis heute mag ich keine Schminke in meinem Gesicht oder Kopfbedeckungen auf meinem Haar. Es ekelt mich, Makeup auf der Haut und Zeugs an den Augen und auf den Lippen zu spüren. Ich wische es sofort weg. Es fühlt sich wie eine falsche Haut an. Wenn ich etwas auf den Haaren spüre, muss ich es entfernen. Ich kann keine Mützen oder Fahrradhelme tragen. Deswegen fahre ich auch nicht Motorrad mit meinem Mann. Ich kann das Gefühl, etwas auf den Kopf zu haben, nur sehr schlecht aushalten.

Irgendwann sollte ich zur Karnevalszeit eine Indianerin sein und bekam eine schwarze Perücke aufgesetzt, an der ich solange herumzog und -zupfte, bis sie vollkommen verfilzt vom Kopf fiel. Meine Mutter war sehr verärgert, weil die Perücke nicht billig gewesen war.
Ich äußerte oft Dinge, die ich nicht wollte, aber gehört wurde ich selten. Ich hatte mich den Gesellschaftserwartungen zu beugen und sollte nicht auffallen.
Als ich älter wurde, fragte meine Mutter mich endlich einmal, welche Verkleidung ich mir wünschte. Ich erinnere mich an den Klang ihrer Stimme, sie muss ziemlich verzweifelt gewesen sein, weil ich alles „schrottete“, was sie mir bisher angeboten hatte.
Ich war zehn Jahre und wollte Zigeunerin sein. Meine Eltern schauten mich irritiert an, denn es gab Cowboys, Indianer, Prinzessinnen, Hippies und Clowns. Aber eine Zigeunerin? Das war niemand hier im Dorf! Ich liebte Zigeuner und die romantische Idee vom freien und ungebundenen Leben dieser Menschen. Sie zogen herum, waren wild, lachten, machten Musik, sangen und tanzten abends am Lagerfeuer. Niemand bestimmte über ihr Leben und sie mussten sich nirgendwo eingliedern. Wenn ihnen ein Ort nicht gefiel, zogen sie zum nächsten. Das fand ich toll!

Widerwillig nähte mir meine Mutter ein Kostüm. Ich bekam wieder eine schwarze Perücke, die ich ablehnte, aber trotzdem tragen sollte. Wieder verfilzte ich das Ding, weil es unablässig auf meinem Kopf juckte. Dann kam wieder das Thema Schminke auf. Mein Gesicht sollte braun angemalt werden mit knallroten Lippen und schwarzen Augen. Ich wollte nicht, aber ich müsse, sagte meine Mutter, weil es zur Verkleidung gehöre. Mir reichte jedoch das wilde Kleid mit den vielen Glöckchen am Saum. Mehr wollte ich nicht. Wenn ich mich drehte, erklangen diese Glöckchen und machten mich glücklich. Ich wurde dennoch geschminkt und das nicht zu wenig. Es dauerte keine zehn Minuten, und ich wischte mit dem Rock meine ganze Schminke aus dem Gesicht. Das brachte mir daheim mächtig Ärger ein und ich beschloss, mich nie wieder zu verkleiden. Ich war ich, warum sollte ich jemand anderes sein? Wenn die anderen jemand anderes sein wollten, dann war es eben so. Ich weigerte mich bei Schulveranstaltungen und Feiern verkleidet zu erscheinen, musste es aber immer wieder über mich ergehen lassen, um nicht aufzufallen. Es war eine Zeit, in der ich mich sehr unwohl fühlte. Es war aber auch eine Zeit, in der sich andere sehr wohl fühlten. Wieder einmal war ich die Außenseiterin. Warum nur war alles so anders bei mir? Später mied ich alle Veranstaltungen, die mit Verkleidungen verbunden waren.

Was ich an der Karnevalszeit allerdings sehr mochte, war die Ehrlichkeit, die sich plötzlich zeigte. Ich erlebte meine Freunde und Schulkameraden viel gelöster, irgendwie glücklicher und fragte mich schon sehr früh, warum es auf der Welt nicht grundsätzlich funktionierte, sich so zu zeigen, wie man wirklich war. Trug man in Deutschland auffällige Kleidung, wurde man direkt distanziert behandelt.
Ich liebte zum Beispiel als Jugendliche die Lederwesten mit Fransen, die man damals vielerorts in den USA trug. Also besorgte ich mir im Secondhand Laden eine solche Weste. Schon am ersten Tag, als ich damit in der Schule erschien, konnten sich die anderen das Gekicher nicht verkneifen. Es brachte mich dazu, nie wieder Kleidung zu tragen, die ich mochte, und ich lief jahrelang in schwarzen, unauffälligen Hosen und unscheinbaren Pullis herum.
Ich liebte die USA und London, weil dort viele Menschen total verrückt herumrannten ohne aufzufallen. Wieso war dies in meiner Stadt nicht möglich? Wieso musste ein Kind wie ein Kind, eine Mutter wie eine Mutter und eine Oma wie eine Oma aussehen? Es gab regelrechte Standard-Ausstattungen. Wagte sich eine Oma an einen etwas jugendlicheren Stil, weil sie es einfach mochte und es ihre wahre Persönlichkeit widerspiegelte, wurde sie ausgelacht. Ich mochte die Hippies, die damals immer mehr aufkamen. Sie trugen bunte und wilde Kleidung. Später schaute ich mir viel von deren Kleidungsstil ab.

Gottseidank hat sich die Kleiderordnung heute erheblich gelockert. Früher hieß es ständig: aber das kannst du doch nicht anziehen! Warum nicht? Wenn es mir doch gefällt!
Die Frage, die die Gesellschaft stellt, ist aber eine andere: Gefällt es den anderen?
Muss es das, damit ich angenommen werde?

Als meine Kinder die Karnevalszeit kennenlernten, legte ich großen Wert darauf, dass sie genau das trugen, was sie wollten. Ich nähte oder strickte alle Kostüme genau nach ihren Vorstellungen. Es gab keine Schminke oder sonstige Unannehmlichkeiten für sie. Wenn sie unverkleidet in die Schule gehen wollten, durften sie es, weil ich den Druck nur allzu gut kannte. Meine Kinder hatten eine sehr glückliche Karnevalszeit und haben ihren Wunsch nach Verkleidungen recht schnell abgelegt.

Seit vielen Jahren ziehe ich mich während der Karnevalszeit in mein Haus zurück oder verreise, besonders an den „tollen Tagen“ von Altweiberball bis Aschermittwoch. In dieser Zeit fühle ich mich draußen vollkommen deplatziert, weil ich keine Verkleidung will. Ich schaue in dieser Zeit gerne fern und sehe all die glücklichen Gesichter. Ich frage mich, warum nicht 298 Tage im Jahr Karneval ist und sieben Tage Alltag. Keiner brauchte sich mehr verstecken, jeder wäre glücklich. Ist dieses verquerte Weltbild der Grund, warum sich die Menschen in der fünften Jahreszeit so betrinken? Ist es letztendlich die Sehnsucht nach dem wahren Lebensgefühl und die Angst, dies nach sieben Tagen wieder verlieren zu müssen?
Fragen, die mich manchmal beschäftigen…

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Als Asperger ein Simulant?

Wie oft musste ich mir in meinem Leben anhören, dass ich simuliere und mich in etwas hineinsteigere, wenn ich meine merkwürdigen Reaktionen zu erklären versuchte …, egal, ob einige in der Familie, Nachbarschaft oder im Freundeskreis diese Bemerkungen fallen ließen. Mit dieser Ansicht wurde ich viele, viele Jahre lang von allen Seiten konfrontiert.
Es begann, als ich Mutter wurde:

Seit ich nach der Geburt meines ersten Sohnes meine Vollzeitstelle gekündigt hatte und meine Rolle als Mutter wahrnahm, galt ich für viele als Simulantin, weil ich viel schneller erschöpfte als andere. Ich schlief fast keine Nacht mehr durch und hatte viele neue Aufgaben zu bewältigen, die ich erst akribisch lernen musste. Tag und Nacht voller Sorge, nichts falsch zu machen. Dieses kleine Wesen bekam meine ganze Aufmerksamkeit und Zuwendung, und ich empfand es als ein großes Geschenk des Himmels. Auch als ich das zweite Kind bekam, war ich voller Glück.
Während viele andere Mütter wieder arbeiten gingen, entschied ich mich zu Hause zu bleiben und mich voll und ganz der Erziehung meiner Kinder zu widmen. Ich beobachtete, wie entspannt andere Mütter ihre Aufgaben auf sich zukommen ließen, während ich voller Sorge war, etwas falsch zu machen, und ich las in dieser Zeit viel über Kindererziehung und Probleme, die entstehen könnten. Ich wollte vorbereitet sein, sobald sich Krankheiten zeigten, um richtig handeln zu können. Ich war nie gelassen und las alles über normale Entwicklungsphasen und die beste Pflege für diese Kinder. Ich wollte alles richtig machen.

Als die Jungen in den Kindergarten und später in die Schule kamen, half ich überall ehrenamtlich aus. Auch das sah ich als meine Aufgabe an, während sich viele Mütter diesen Aufgaben mit Ausreden entzogen.
Für mich stand fest: Wenn man die Aufgaben einer Mutter ernst nimmt, ist das ziemlich viel Arbeit. Am meisten hat mir der Kontakt zu anderen Müttern zu schaffen gemacht. Ich fühlte mich oft mit sogenannten Betreuungsdiensten ausgenutzt. Da ich nicht nein sagen konnte, waren bei uns fast jeden Tag Kinder zu Gast. Ich sah es anfangs als normal an, dass unsere Kinder nachmittags ihre Freunde zum Spielen bei uns im Garten hatten. Der war groß, mit Schaukel, Sandkasten, Tischtennisplatte und im Sommer einem Planschbecken. Wir bauten dort Holzhäuser und bemalten sie. Eben alles, wobei sich Kinder wohlfühlen. Ich gab jeden Tag mehr und mehr, legte immer noch eine Schippe drauf und ließ mir immer etwas einfallen.
Alle sahen tagsüber mein lachendes Gesicht, aber meine tiefe Erschöpfung am Abend, wenn die Kinder im Bett lagen, sah niemand. Es wirkte nur seltsam auf viele, dass ich die Wochenendausflüge absagte, weil ich einfach keine Kraft mehr hatte.
Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass mir auch jemand zwischendurch mal meine Kinder abnahm, aber ich traute mich nie zu fragen. Dann hörte ich eines Tages hinter einer Hecke zwei Mütter tuscheln, dass ich irgendwie seltsam wirke und doch nur simuliere und spinne, um meine Ruhe vor den anderen zu haben. Seitdem kam ich auch nicht mehr auf die Idee um Hilfe zu bitten.
Damit will ich nicht sagen, dass es mir keinen Spaß machte, im Gegenteil, es war eine großartige Zeit! Aber sie war auch geprägt von totaler Erschöpfung und meiner Angst, andere um Hilfe zu bitten. Da ich Krebs bekam, als die Kinder zwei und fünf Jahre alt waren, schob ich meine Erschöpfung auf die Chemo und Bestrahlung, dass sie mir die halbe Kraft genommen hätten. So erklärte ich mir damals meine Abgeschlagenheit.

Meine Familie zu organisieren hat mich oft an den Rand meiner Kräfte gebracht. Ich hatte den ersten großen Nervenzusammenbruch, als mein jüngerer Sohn zwölf Jahre alt war. Damals wusste ich nichts von meinen Autismus und dachte, ich wäre einfach nur unfähig. Also beschloss ich, mir mehr Mühe zu geben.
Das Leben für vier Personen zu managen und allen Anforderungen gewachsen zu sein, erforderte meine ganze Aufmerksamkeit, so dass ich keine Rückzugsmöglichkeit fand, keine Möglichkeit der Regeneration. Ich litt oft an Schlafstörungen und empfand Rastlosigkeit, zeitweise fand ich kaum genug Energie für die Belange, die anstanden. Ich sah andere Familien, die mit Leichtigkeit ihren Alltag bewältigten, und verstand nicht, warum ich ständig diese Erschöpfung spürte und mich völlig ausgebrannt im Sessel wiederfand. Es war keine körperliche Erschöpfung, sondern eine geistige. In mir tobten ständig die Gedanken herum, dass ich noch mehr leisten müsse. Ich war einfach nicht gut genug. Dann das schlechte Gewissen, wenn ich wieder einmal etwas vergessen hatte, und letztendlich das Schuldgefühl, weil ich nicht angemessen für alle da sein konnte. Mich überfiel in dieser Zeit regelmäßig nächtliches Fieber und mein Zucker als Diabetikerin Typ 1 geriet ohne ersichtlichen Grund außer Kontrolle. Mein Kopf verbrannte nur vom vielen Denken den Zucker wie die Hölle und meine Leber schüttete Zuckerreserven aus und jagte meinen Zucker wieder in die Höhe. Niemand kam damals dahinter, woher der hohe Zucker kam. Man unterstellte mir unkontrolliertes Essen, was ich dezidiert verneinte, und man stempelte mich auch dort schnell als Simulantin und Lügnerin ab. Das löste zusätzlich großen Stress in mir aus.
Immer wieder versuchte ich den Kontakt zu anderen Müttern zu halten, aber sie trafen sich auch privat, hielten Smalltalk und redeten über Themen, von denen ich nichts verstand oder die mich nicht interessierten. Sie gingen auf Partys oder zu Veranstaltungen, zu denen ich nur widerwillig mitging. Ich versuchte mitzulachen oder mitzumachen, musste aber immer wieder feststellen, dass ich nicht in ihre Welt passte. Jede Party bedeutete für mich großen Stress, weil viele fremde Menschen auf mich zukamen. Es wurden immer mehr, so dass ich die Namen vergaß und die Kontrolle über die Gespräche verlor. Ich hatte keine Freude an Cliquenbildungen oder Elternzusammenschlüssen, sondern nur weitere Erschöpfung und letztendlich Angst. Immer wieder fragte ich mich, warum ich dies alles nicht beherrschte. Es schien doch offensichtlich nicht schwer zu sein. War ich wirklich all die Zeit eine Simulantin?

Nun, nachdem ich meine Jungs gut ins Leben entlassen hatte, erfuhr ich von dem Asperger Syndrom, dass ich eine Betroffene bin. Das erklärt vieles, was mir in meiner Rolle als Mutter wiederfahren ist. Und es beruhigt mich, weil ich nun die Gewissheit habe, dass meine Erschöpfung normal war. Heute richte ich mein Leben mit diesem Wissen anders aus. Und manchmal wünschte ich mir, ich hätte alles früher gewusst. Das hätte vieles verhindert.

Das schlimmste Gefühl auf der Welt ist, wenn einem nicht geglaubt wird. Während meiner Recherchen zu dem Syndrom und meinen Gesprächen mit Ärzten und Therapeuten, versuchte ich meine Probleme meiner entfernteren Familie und meinem Freundeskreis mitzuteilen, traf aber auf wenig Verständnis. Nur wenige verstanden, worum es ging, und sind heute noch eng befreundet zu mir. In anderen Kreisen hörte ich hinterrücks wieder den Satz „Die simuliert doch nur. Die war schon immer komisch“.

Es wäre ein guter Anfang, wenn alle ein bisschen genauer hinsähen und zuhörten und nicht direkt mit Vorurteilen und Bagatellisierungsversuchen den Betroffenen begegneten.

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Das Training, nicht aufzufallen

Zu diesem Beitrag hat mich ein freundlicher NT veranlasst, als er in Facebook den Begriff „Training“ in einem seiner Artikel aufgriff. Das fand ich sehr spannend.

Inwieweit bin ich darauf trainiert, nicht aufzufallen?
Mit 51 Jahren kann ich sagen: sehr!

Hätte ich nicht alle die Zusammenbrüche in den letzten Jahren gehabt und ärztliche Hilfe gesucht, wäre ich wahrscheinlich nie aufgefallen, aber auch irgendwie und irgendwann vor die Hunde gegangen.

Ich war so sehr auf das Standardleben in der Gesellschaft trainiert, dass ich nicht einmal selbst bemerkte, dass ich trainiert war.

Wenn man sein Leben lang das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt und man nichts von seinem Autismus weiß oder erfährt, zieht der Körper oft unerklärliche Krankheiten an. Man nennt das Psychosomatik, wenn man keine Erklärung findet. Das wirft die Frage auf: Was stimmt mit der Psyche nicht? Man funktioniert so, wie die Gesellschaft es erwartet, und doch muss es etwas geben, was nicht richtig läuft.

Ich lese oft Berichte über Menschen, die sich im falschen Körper fühlen und nicht zu ihrer wahren Identität finden. Die Männerseele in einem Frauenkörper oder umgekehrt. Oder der Mann, der keine Frauen lieben kann, und die Frau, die keine Männer lieben kann, also homosexuell veranlagt sind. Ich fühlte mich von diesen Berichten immer sehr angezogen und verstand diese Menschen sehr gut. Ich habe auch kein Problem, mit ihnen umzugehen, und kann sie so nehmen, wie sie sind. Wenn ich solche Berichte im Fernsehen sah, konnte ich erkennen, wie sehr diese Menschen darauf trainiert waren, gegen ihre wahre Persönlichkeit zu leben. Solange, bis sie zusammenbrachen und sich outeten, weil sie ihr Leben nicht mehr in den Griff bekommen.

Es gibt Menschen, die jahrelang spüren, dass ihnen ein bestimmter Mensch fehlt, und sie finden heraus, dass sie als Zwilling auf die Welt gekommen sind. Wenn sie ihren Zwilling finden, fühlen sie sich komplett.
Dies sind Menschen, die ein „Lückenleben“ führen. Es fehlt ihnen das passendes Puzzleteil im Leben, um sich gesund und vollständig zu fühlen.

Anhand dieser Beispiele möchte ich beschreiben, wie ich mich fühlte, als ich noch nicht wusste, dass ich autistisch bin. Ich trainierte mir das Leben eines anderen Menschen an, weil ich nicht wusste, was bei mir falsch lief. Schuldgefühle und schlechtes Gewissen haben mich zu diesem Training angetrieben und die Gesellschaft hat mir bestätigt, dass es richtig sein muss. Ich musste mich dabei in Kopf und Körper immens anstrengen ähnlich wie ein Hochleistungssportler.

Nun stelle ich mir die Frage, wie sich ein Sportler fühlt, der sich 51 Jahre lang auf Höchstleistungen trainiert hat? Wie lange mag sein Körper durchhalten, bis er zusammenbricht? Nicht nur der Körper, sondern auch die Seele ist unberechenbar in ihren Reaktionen. Das musste ich bereits mehrmals in meinem Leben erfahren und es hat große Einschnitte hinterlassen. Zu denken, dass man es schafft, ist etwas völlig anderes, als zu erleben, ob es wirklich funktioniert.

Sicher, durch Training kann man viel im Leben erreichen. Unser ganzes Miteinander funktioniert nur durch Training (Reden, Lesen, Schreiben, Auto fahren …), aber es sind völlig andere Bereiche, die trainiert werden.
Die Seele lässt sich nicht trainieren! Sie bricht irgendwann zusammen oft ohne Vorwarnung und mit fatalen Folgen. Wie hört es sich an, wenn in meinem Lebenslauf zu lesen ist, dass ich Monate in einer Psychiatrie verbracht habe?

Ich bin sicher, dass es Autisten gibt, die so sehr trainiert sind und so gut in der Gesellschaft zurechtkommen, dass sie sich stolz und stark fühlen. Meist sind es junge Menschen bis hin zum mittleren Alter. Aber wie stehen sie zwanzig Jahre später zu ihrem Training?

Ich habe inzwischen viele Berichte über Menschen mit dem Asperger Syndrom gelesen und festgestellt, dass viele erst zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr diagnostiziert werden, meist nach Zusammenbrüchen oder sozialen und gesundheitlichen Problemen. Es ist der Moment, in dem das Training nicht her ausreicht.
Ich befürworte es sehr, sich als hochfunktionaler Autist so gut wie möglich an die Gesellschaft anzupassen. Aber nur so gut wie „möglich“. Wenn die Möglichkeiten ausgereizt sind, bitte ich die NTs, sich auf die andere Seite zu stellen und sich dem Autisten auch so gut wie möglich anzupassen.

Es war schon immer die Mitte, die mich auf Bildern faszinierte genauso wie im Leben. Die Mitte hat für mich etwas Warmes, Harmonisches und Friedliches. Ein Platz, an dem sich jeder wohlfühlt.

Meine Trainingszeit ist vorbei. Ich habe austrainiert und suche jetzt die Mitte der Gesellschaft. Ich bringe viele gute Eigenschaften mit und freue mich über jedes Forum, das diese Eigenschaften nutzen möchte.

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