Als Einzelgänger in einer Ehe… geht das?

Ich war immer schon ein Einzelgänger, auch wenn ich seit vielen Jahren verheiratet bin. Es hat an meiner innerlichen Wahrnehmung nichts verändert.

Als Kind mochte ich keine anderen Kinder um mich haben, es sei denn, sie interessierten sich für meine außergewöhnlichen Hobbies. Doch das war eher selten. Ich hatte fast nur Kontakt zu Jungen oder älteren Mädchen, weil deren Interessen anders als die meiner Klassenkameradinnen waren. Es kam aber nie zu festen oder längeren Freundschaften, die ich außerhalb dieser Interessen pflegte.
Schon damals fiel mir auf, wie langweilig viele Menschen um mich herum auf mich wirkten. Während in mir die fantastischsten Welten entstanden, die ich in Geschichten niederschrieb, gackerten die anderen Mädchen um mich herum über Schminke, Petting und Partys. Ich fand keinen Anschluss.

Mit 19 Jahren beschloss ich, allein in die USA zu reisen und dort eine Aupair-Stelle anzutreten. Viele waren entsetzt, weil ich aus deren Sicht viel zu jung für eine solche Reise alleine sei. Doch für mich war es genau das, was ich suchte. Zunächst verbrachte ich drei Wochen alleine in Colorado und verschwand stundenlang zum Wandern in den Rocky Mountains. Ich vermisste nichts und niemanden. Das Alleinsein löste in mir große Gefühle aus. Selbst als sich einige Leute mich anzuschließen versuchten, wich ich zurück und fertigte sie mit Lügen ab, damit sie mich allein ließen. Danach trat ich meine Aupair Stelle in Kalifornien an. Ich lernte Hollywood und eines seiner Studios kennen. Das war einer meiner Schlüsselmonente in meinem Leben, weil dort die fantastischsten Welten entstanden. Es löste in mir den späteren Wunsch aus, Bücher zu schreiben. Ich wollte Geschichten mit großen Kulissen und einer Menge unheimlicher Dinge erfinden.

Ich machte mir damals keine großen Gedanken darüber, weil ich es immer schon als normal empfand, meinen eigene Welt für mich allein zu haben. In dieser Welt war für mich alles bunt und sehr aufregend. Die Welt der anderen wirkte immer grau und nebelig auf mich. Ich konnte durch diesen Nebel nichts erkennen, was mich interessierte. Und doch musste ich mich damals dieser Welt nähern, als ich älter wurde. Ungern. Sehr ungern, aber meine Welt reichte nicht aus, um Geld für mein Leben zu verdienen. Ich verlor den Schutz des Elternhauses, nachdem sich meine Eltern getrennt hatten und meine Mutter starb. Ein Schock! Gewohnheiten, Regeln und Sicherheit waren auf einen Schlag weg. Meine ganzen Systeme, in denen ich lebte, kamen durcheinander. Ich erlitt für wenige Monate eine Amnesie und zeigte merkwürdige Verhaltensweisen. Schottete alles um mich herum ab und wartete darauf, dass es endlich vorbei sein würde.

Als mein Mann in mein Leben trat, stellte er meine Systeme wieder her. Ich bekam von ihm Sicherheit und Gewohnheit zurück und erlebte eine Geborgenheit, in der ich neue Regeln für mein Leben fand. Und doch existierte in mir immer diese andere Welt, die ich aus Scham nicht mit anderen teilen wollte. Sie war so anders und ich konnte mich in schlimmen Momenten immer in sie hineinflüchten.

Trotz Ehe, Kinder und großer Familie lebte ich immer nur am Rande mit. Ich konnte emotional nie in diese Welt hineinfinden, auch wenn es für andere den Anschein hatte, denn eines hatte ich im Laufe meines Lebens gelernt: das Theaterspielen. Der Anpassungsprozess. Ich konnte nie die Zärtlichkeit empfinden, die mein Mann für mich empfand und doch versuchte ich, sie zu zeigen. Es war mir wichtig, dass er glücklich war. Ich spielte die Herzlichkeit vor, die mir seine Familie zeigte, doch ich empfand sie nie. Und doch war es mir wichtig, dass alle glaubten, ich würde sie empfinden.

Nur zu meinen Kindern kann ich eine starke echte Liebe empfinden. Sie leben in meiner Welt und ich kann all ihre Emotionen verstehen und nachvollziehen. Sie zeigen ähnliche Emotionen wie ich und betrachten die Welt auf vielerlei Hinsicht wie ich. Ich bewundere ihre positive und neugierige Haltung und ihre Zuversicht, mit der sie ihr Leben meistern. Nur eines möchte ich nicht: dass sie sich für andere verbiegen. Auch wenn ich ihnen in den ersten Jahren eine Art Anpassung beizubringen versucht habe, so musste ich schnell hinnehmen, dass es nicht funktionierte. Sie leben authentisch, anders und manchmal auffällig und das macht mich sehr glücklich.

Bis heute bin ich das Gefühl des Einzelgängers nicht losgeworden. In meine Welt findet keiner hinein, es sei denn, er lebt in der gleichen Welt. Wer einen Blick in mein Bücherregal wirft, wird viele außergewöhnliche Bücher entdecken, die mich interessiert haben. Es handelt sich durchweg um Geschichten von Einzelgängern oder außergewöhnlichen Menschen und dazu gehören kaum die Bestseller der Gesellschaft. In meinen Geschichten, die ich schreibe, sind die Protagonisten auch alle Einzelgänger, weil ich einfach nicht in der Lage bin, aus einer anderen Sicht zu schreiben.

Ist es möglich, für mich als Einzelgänger in einer Ehe zu leben? Ja, ist es, solange man mich in meiner Welt lässt. Ich brauche zwischendurch immer die Flucht in meine bunte, positive und glückliche Welt, um aufzutanken. Mit Ehrlichkeit, Respekt und einer Menge Toleranz von beiden Seiten schaffen wir das. Sagen wir mal … wir schaffen das bis heute. Was morgen sein wird, wissen wir nicht. Aber es wird nie zu einer perfekten Form einer Partnerschaft führen, weil immer einer etwas vermissen wird. Ich vermisse einen Menschen in meiner Welt und mein Mann vermisst einen Menschen in seiner Welt. Das wird sich nie ändern. Und doch wissen wir, was wir aneinander haben.

(Ab jetzt kann man meine Blogs auch zusammengefasst als eBook oder  Printausgabe lesen)
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7 Gedanken zu „Als Einzelgänger in einer Ehe… geht das?

  1. Horst

    Hallo Marion!

    Eine Frage, die selbst für mich zu weit gehen würde – passend zu diesem Thema – wäre, was der Kit Deiner Ehe ist, der den für beide offensichtlichen Riss – ich sehe diesen Riss absolut nicht negativ, eventuell liegt hier sogar ein „Motor“, der auch mich beim „Thema“ autistische Menschen fesselt – zusammenhält.
    Deshalb hier auch kein Fragezeichen, es müssten ja eh beide Partner getrennt voneinander befragt werden, und die Antworten könnten sehr unterschiedlich sein… 🙂
    Mir drängt sich bei diesem Thema eine andere literarische Person auf… USA, Einzelgänger, außergewöhnliche Menschen… Also ich würde in Deinem Bücherregal nach Jack London suchen. Eine ganz andere Welt, die mit der Welt, die wir zuvor hatten, sehr wenig gemein hat, eventuell sogar den Gegenpol bildet. Für viele NT’s erscheinen ja autistische Menschen ähnlich einem Seewolf, für den die Welt, auf dem ersten Blick, ja nur auf kalten Berechnungen beruht – was bei vielen NT’s dann aber selbst der der Fall zu sein scheint… (Dieser Satz ist rein subjektiv und beruht auf meinen eigenen Erfahrungen, eine kleine „Verallgemeinerung“ für mich ist nur möglich, da ich meine „Erfahrungen“ mit anderen geteilt und verglichen habe. Mir ist bisher keine reine Amelie und auch kein reiner Seewolf begegnet, nur viele, die Teile der einen oder anderen Welt verstecken, oder wirklich keinen Zugang zu Teilen der einen oder anderen Welt haben). Als Titel würde ich aber nicht nach dem „Seewolf“ suchen, sondern eher nach „John Barleycorn“ oder „Menschen des Abgrunds“ – aber eventuell findet sich überhaupt kein „London“ in Deinem Regal…
    Ich für meinen Teil bin nun soweit mir ein Buch von Dir zu kaufen, wenngleich es ein wenig Zeit beanspruchen wird es zu lesen, da zurzeit noch etwas „dickeres“ auf dem Nachttisch liegt… Was wäre Deine Empfehlung für mich?

    LG Horst

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    1. Denkmomente Autor

      Hallo Horst!
      Der Kitt einer solchen Ehe ist das Vertrauen, die Gewohnheit und die vielen vielen Probleme, die man gemeistert hat. Auch der Respekt voreinander und die Toleranz, sich weiterentwickeln zu dürfen. Vielleicht war es mein Glück, dass ich so spät von meinem Autismus erfuhr und erst mit knapp 50 den Anpassungsprozess beendete und mein wahres Verlangen nach Rückzug wieder einforderte. Niemand sagt, dass es einfach war, als wir unser Leben umkrempeln mussten. Und wir “krempeln” immer noch… es ist noch nicht vorbei. Eine Ehe zwischen einer Aspergerin und einem NT (oder umgedreht) ist eine lebenslange Herausforderung. Keiner kann sagen, wie lange es gutgeht, doch wenn wir die Hoffnung nicht hätten, würden wir nicht kämpfen.

      Ja… und du hast mich erwischt! Mein Regal ist voll von Jack London und vielen Bildbänden von den USA! Neben Pippi Langstrumpf (eher in der Kindheit) und Simplicius Simplicissimus waren seine Geschichten reinste Nahrung in meiner Jugend. Später kamen viele außergewöhnliche Bücher über merkwürdige Figuren dazu. Die Liste ist endlos… nicht unbedingt der Stoff, den man üblicherweise liest.

      Wenn du eines meiner Bücher lesen willst, dann hätte ich zur Zeit fünf Romane.
      Die Gelton Trilogie:
      – Die Scheune
      -Das blaue Haus
      – Vielleicht gab es keine Schuld

      Diese Trilogie handelt von Dane Gelton, der als Vierjähriger schon Missbrauch und Misshandlungen erfahren musste. Die Geschichte beschreibt, wie sehr dieser Mensch darum bemüht ist, ein normales Leben zu führen, was ihm aber nicht gelingt. Der letzte Band der Trilogie ist das Highlight vieler Leser und handelt von Dane Geltons Sohn Chris. Derzeit auf Platz 1. Alle Bücher können auch einzeln gelesen werden.

      Wenn du einen Psychothriller mit ein wenig Hororr suchst, dann empfehle ich dir:
      – Stumme laute Schreie
      Darin geht es um die weibliche Pädohilie und einen brutalen Abrechnungsprozess eines Kindes.

      Wenn du ein eher mystisches Buch über die seltsame Liebe zwischen Kale Hatfield und Rachel Finley suchst, dann empfehle ich dir:
      -Es blieb nur dieser Blick
      Kale Hatfield besitzte eine multiple Persönlichkeit. Erst als Rachel in sein Leben tritt, spürt er zum ersten Mal, was Liebe bedeutet … Wer dieses Buch liest, wird spüren, wie wertvoll Liebe sein kann…
      Es ist der erste Band einer Trilogie. Am zweiten Band schreibe ich gerade.

      Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Überblick geben. Du kannst auch erst mal einen “Blick ins Buch” über Amazon werfen und die ersten 40 Seiten kostenfrei lesen und schauen, ob es dir überhaupt zusagt. Ich gebe dir mal den Link mit:
      http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=Marion+Schreiner

      Lass dich nicht von den verschiedenen Cover irritieren. Die eBooks haben derzeit ein anderes Cover, als das Taschenbuch. Die Geschcihten sind aber die gleichen.
      Wenn du ein signiertes Taschenbuch von mir haben möchtest, so habe ich derzeit zwei auf Lager: “Stumme laute Schreie” oder “Es blieb nur dieser Blick”.

      UPS, ich hoffe, die Antwort war nicht zu aufdringlich oder zu laaaaang… 🙂

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  2. Frau Anders

    Es ist, als schreibst du von mir. Auch ich bin glücklich verheiratet und doch existiert meine eigene Welt in der mein Mann niemals eintauchen werden kann. Ich versuche beiden Welten gerecht zu werden, aber eine riesen Sehnsucht treibt mich und es ist nur tragbar, weil mein Mann so ein toller ist, mir vertraut und mich frei machen läßt. Einzig meine Tochter hat Zugang zu meiner Welt. Irre wie ähnlich das ist. Mein Mann hat auch so eine Welt in die ich und das Kind niemals scheuen werden können. Daher versteht er mich und dann geht es auch wie ich finde gut zusammen.

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  3. Horst

    Hallo Marion!

    Alles in Ordnung mir Deiner Antwort, vielen Dank dafür!
    Für meinen Teil bin ich doch sehr überrascht, wie gut ich Dein Bücherregal getroffen habe…
    Bei mir setzt gerade ein Hinterfragen ein, etwas, dass bei mir häufig auftritt. Was das bedeutet möchte ich Dir kurz erklären: In einem Gespräch setzt dieses Hinterfragen genau dann ein, wenn die Mimik und Gestik des Gesprächspartners wichtiger als der gesprochene wörtliche Inhalt wird. Soll nicht bedeuten, dass mir dann der Inhalt entgeht (passiert aber auch schon mal…), nur ab dann versuche ich die Ganzheit der Unterhaltung zu erfassen – was mir einen viel tieferen Einblick in die Authentizität und auch in die Person selber erlaubt. Damit einher geht dann auch der Findungsprozess: Wahr oder Unwahr. Bei Geschriebenen fehlt diese Möglichkeit ein wenig. Für mich, geht es damit ein wenig näher an Deine Welt, autistische Menschen können ja oft Gestik und Mimik nur schwer deuten. Natürlich sind geschriebene Worte aber auch nicht ganz präzise, Zahlen wäre da noch besser… Bei Georg Orwell werden die Wörterbücher ja auch mit jeder Auflage dünner, was die geschriebene Sprache zu mehr Präzision bringen soll. Genau das „Unpräzise“ unserer Sprache erlaubt aber auch bei Geschriebenen eine Art Mimik und Gestik zu erkennen. Als ich geschrieben habe „Ich für meinen Teil bin nun soweit mir ein Buch von Dir zu kaufen“, war dies der Augenblick des Anfangs des Hinterfragens. Ich bin sehr gespannt, welche Teile Deines Bücherregales und natürlich Deines Lebens ich in Deinen Büchern finden werde. Bitte mein Verhalten nicht mit dem Auseinandernehmen oder Entkleiden Deiner Person verwechseln, mein Auftritt in „Denkmomente“ ist natürlich nicht ohne Eigennutz. Ich möchte für mich herausfinden, warum autistische Menschen und deren Welt eine Anziehungskraft auf mich ausüben. Eventuell empfindet Dein Ehepartner eine ähnliche Anziehungskraft – zurück zum Thema… Ich meine in einem anderen Thema in „Denkmomente“ etwas drüber gelesen zu haben (Eine Ehe zwischen einer Aspergerin und einem NT) – natürlich sollte es dann auch eine Anziehungskraft von Deiner Seite für die Welt Deines Ehemannes geben, die aus mehr als nur Anpassung deinerseits und Toleranz seinerseits besteht.

    An Deinen Büchern würden mich die beiden signierten Werke interessieren – ich hatte schon vorher mit den beiden Titeln geliebäugelt… kann mich aber nicht zu einem entscheiden, deshalb gern beide… Wie kann ich an diese beiden signierten Bücher kommen?

    Zum Abschluss noch ein Tipp und ein Wunsch von mir:

    Der Tipp:

    Ich sehe in Deinem Bücherregal noch fast alle Werke von Hermann Hesse, siehst Du diese auch?

    Der Wunsch:

    Könntest Du mir ein Bild von mir malen? Dieses „Malen“ ist natürlich nicht wörtlich zu verstehen, Dein „Malen“ sind wohl eher geschriebene Worte. Ich für mich glaube, dass dieses Bild nichts für „Denkmomente“ wäre, es sollte etwas sehr Persönliches sein – persönlich von Dir, persönlich für mich. Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke Du könnest meine E-Mail-Adresse über die Plattform der „Denkmomente“ kennen, diese könnte für einen Austausch genutzt werden. Der Wunsch ist bestimmt ein wenig außergewöhnlich und bestimmt auch sehr schwierig für Dich, Du hast ja nicht viel Informationen zu meiner Person, wenngleich ich doch ab und an ein paar Anhaltspunkte eingestreut hatte. Dieser Wunsch ist natürlich wiederrum nicht ohne Eigennutz, ein „Bild“ mit vielen vorliegenden Informationen zu malen wäre „nur“ ein abbilden der vorliegenden Informationen, mit wenig Informationen müsste der Maler aber aus sich selber heraus Informationen zusammentragen und auch diese einarbeiten – und genau das möchte ich. Im Prinzip – aber natürlich schon schwieriger… – das Gleiche wie oben mit der „Mimik und Gestik“, aber eben aus Deiner „besonderen“ Perspektive. Es ist nur ein Wunsch! Dieser ist an keine Zeit und auch keinen Inhaltswunsch gebunden und wenn Du dies nicht „mitspielen“ möchtest oder kannst, bedarf es keinerlei Entschuldigung. 

    Vielen Dank für Deine Buchtipps!

    LG Horst

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    1. Denkmomente Autor

      Hallo Horst,
      die Anziehungskraft von Menschen ist ein sehr interessantes Thema für Menschen mit Autismus. Ich kann für mich sagen, dass ich sehr analytisch bin und bei einer Partnerwahl austeste, wie viele gemeinsame Dinge sind vorhanden, um das Risiko eines Scheiterns so weit wie möglich auszuschließen. Das hat ebenso mit Hobbies als auch mit Zukunftsperspektiven zu tun. Sind die gleichen Ziele vorhanden oder wie sehen die ethischen und moralischen Ansichten aus? Das ist überhaupt das wichtigste. Ich könnte mich niemals mit einem Menschen anfreunden, der betrügt oder niedere Absichten anderen Menschen gegenüber hegt oder sie zeigt. Ich bin vielleicht nicht so schnell, die Dinge immer direkt zu entdecken, aber wenn ich sie entdecke, dann reagiere ich konsequent mit Kontaktabbruch.
      Ich will dir kurz eine Geschichte erzählen, die ich einmal las:
      Ein Mädchen ging im Park spazieren und es setzte sich ein Mann zu ihr, dem das Mädchen gut gefiel. Er erzählte ihr von seinem tollen Leben und seinem Reichtum. Das Mädchen war nicht interessiert. Ein zweiter Mann setzte sich zu ihr. Er erzählte ihr von seinem hohen Rang in der Firma und dass bei ihm eine Frau den Himmel auf Erden hätte. Das Mädchen stand auf und ging weg, Als sie den Park verlassen wollte, sah sie einen Mann, der die Enten am Teich fütterte und nicht sehr wohlhabend aussah. Er erzählte ihr, dass er die Tiere, die Natur und Kinder liebe. Mit ihm ließ sie sich auf ein Gespräch ein.
      Nun kann jeder seine eigene Interpretation daraus ziehen.
      Ich mag es nicht, wenn man Dinge verspricht, die nie eintreffen und weiß, dass das Leben nie sorgenfrei ist. Geld hat ein kaltes Herz. Es gibt für mich keinen Himmel auf Erden, der mit Geld bezahlt wird. Bodenständigkeit und Ehrlichkeit ist ein weit aus verlässlicher Partner als aller Reichtum dieser Welt. Die Liebe zu den eigentlichen Dingen des Lebens machen Glück aus.
      Damit habe ich dir ein Bild von mir gemalt. Auf meiner Website marionschreiner.com stehen unter „über mich“ noch weitere Infos, wie ich die Welt sehe.
      http://www.marionschreiner.com/ueber-mich/
      Das alles mag dir helfen, ein Bild von einer Autistin zu bekommen.

      Zu meinem Bücheregal: Hermann Hesse ist ein muss in meiner Welt…! Besonders „Die Hölle ist überwindbar“. Habe zwar nicht alle Bücher gelesen, aber viele, die natürlich auch in meinem Regal stehen, direkt neben Steinbeck… Ich entdeckte Hesse bereits in meiner Jugend, weil mich sein Leben und seine Weltansichten faszinierten. Mein Lieblingsbuch heißt übrigens „Die Wand“ von Marlene Haushofer, weil diese Geschichte direkt meinen Nerv trifft.

      Es freut mich, wenn ich dir zwei signierte Bücher schicken soll. Bitte sende mir unter meiner Email schreinermar@googlemail.com deine Adresse, damit ich sie absenden kann.
      Was du in diesen Büchern über mich findest, überlasse ich dir. Doch eines kläre ich immer direkt: auch wenn ich über missbrauchte Kinder schreibe, so bin ich kein missbrauchtes Kind, zumindest kein sexuell missbrauchtes. Auch meine Eltern haben nie eine Form von Missbrauch an mir verübt, weder verbal noch seelisch. Und dennoch kann ich die Gefühle solcher Menschen gut verstehen, weil ich in der Gesellschaft oft gemobbt, verlacht, unter Druck und ausgegrenzt wurde. Das hinterlässt Spuren der Wut und des Zornes, die ich dann in meinen Büchern hinterlasse. Da das Schreiben meine Balance herstellt, bin ich im wahren Leben total fröhlich, positiv.
      Viele Grüße, Marion

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  4. Horst

    Hallo Marion!

    Vielen Dank für Deine Antwort.
    Jetzt hast Du was angerichtet… Ich dachte schon ich hätte alles von Hesse gelesen, aber Dein aufgeführter Titel ist mit doch wirklich entgangen – und das bei so einem Meisterwerk…
    Das Buch ist schon, in älterer Version, gekauft und ich bin sehr darauf gespannt. Ich muss nun aufpassen, es ist in den letzten Tagen und Wochen viel Lesestoff „angespült“ worden, der natürlich auch gelesen werden sollte :-).
    Ohoh, mit Deinem Satz „…austeste…um das Risiko eines Scheiterns so weit wie möglich auszuschließen“ sind wir wieder beim Anfang…:) Hier würde mach einer (oder eine…) schon wieder den Begriff „stalking“ aufblitzen sehen – bei mir ist dies aber genau, wie von Dir beschrieben – ich sehe schon die pro- und con-Liste, die dann „analytisch“ ausgewertet wird… und die aufregenden Reize des „Austestens“…. Kannst Du Dir in diesem Zusammenhang etwas unter dem Begriff „Vorschussvertrauen“ vorstellen?
    Ich melde mich später per email, Danke für Deine Email-Adresse.

    LG Horst

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