Eine Ehe zwischen einer Aspergerin und einem NT

Ich schreibe bewusst im Titel dieses Blogs „eine“ Ehe, weil ich nur über meine Ehe schreiben kann. Nach 31 Jahren Ehe mit einem NT kann ich mir das erlauben. Von Unerfahrenheit kann hier keine Rede mehr sein.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich über meine Ehe schreiben soll, weil es einen großen Eingriff in meine Privatsphäre bedeutet, aber ich weiß auch sehr wohl, wie oft ich im Internet nach genau diesem Thema immer gesucht habe, um Informationen zu bekommen. Also habe ich beschlossen, einiges über meine Ehe preiszugeben, um wiederum anderen zu helfen, die danach suchen. Dieser Blog ist mit meinem Mann abgesprochen und von ihm genehmigt worden, denn auch er sieht es als eine wichtige Sache an, darüber ehrlich zu berichten und sich nicht mit diesen Problemen zu verstecken.

Dies wird ein längerer Blog, also nicht erschrecken. Lieber etappenweise lesen. Eine Ehe über dreißig Jahre kann nicht in wenigen Sätzen reflektiert werden.

Mit 20 Jahren hatte ich überhaupt keine Ahnung von meinem Autismus. Ich kann mich nur erinnern, dass ich die Welt, in der ich lebte, immer als sehr anstrengend und falsch empfunden habe und meist in meiner eigenen lebte. Ich hatte keinen Freunde, keine wirklichen, mit denen ich ständig meine Zeit verbrachte. Und doch war ich in der Gesellschaft gut gelitten, weil ich immer fröhlich, positiv und voller Ideen war. Das machte viele neugierig, was es für mich wiederum anstrengend machte, denn ich erschöpfte ziemlich schnell, wenn ich mit vielen Leuten zusammen war.

Michael lernte mich auf einer Party kennen, zu der ich nicht wollte, denn ich verabscheute Partys immer schon. Doch mein Bruder fand, dass ich kurz nach dem Tod meiner Mutter und nun alleinlebend unbedingt unter Leute musste. Dabei mochte ich mein Alleinsein. Doch ich gab nach langen Bitten nach.
Auf der Party fiel ich direkt als Neue und „irgendwie anders“ auf und hatte große Probleme, die vielen fremden Leute, die auf mich zukamen, auszuhalten. Alles war durcheinander und laut. Nur Michael erregte meine Aufmerksamkeit, weil er einfach nicht viel sprach. Er forderte mich nicht auf, zu reagieren, sondern hielt sich still am Rande der Party. So kamen wir ins Gespräch. Michael ist stark introvertiert, ich extrovertiert. Es war klar, wer das Gespräch dominierte. Schon damals war ich stark analytisch veranlagt und „klopfte“ sämtliche Themen die mir wichtig waren ab, ob er zu mir passen würde: Musik, Bücher, USA, Job und Zukunftsdenken. In vielerlei Punkten fand ich Gemeinsamkeiten, so dass ich zuließ, ihn weiterhin zu treffen. Wir empfanden nie das Gefühl, uns als „Freund und Freundin“ darzustellen, sondern machten ab diesem Moment einfach vieles zusammen.

Ich hatte viele Wochen lang große Schwierigkeiten, körperliche Nähe zuzulassen und tat alles, um auszuweichen. Ich verdanke es Michaels Introvertiertheit und Geduld, dass wir zusammenblieben. Wäre er ein extrovertierter NT gewesen, hätte er mich wahrscheinlich zum Teufel gejagt. Michael gab mir die Zeit, die ich brauchte, um soviel Vertrauen zu fassen, dass ich eine allumfassende Partnerschaft zulassen konnte.

Ich bin von Natur aus ein sehr treuer und loyaler Mensch und für mich stand fest, dass ich mich nur einmal in meinem Leben für einen Partner entscheiden würde, wenn nicht gerade schlimme Gründe dazu führen sollten, die Partnerschaft zu beenden. So stand für mich fest, dass ich diesen jungen Mann heiraten und mit ihm Kinder kriegen würde. Ich sah das klassische Schema einer Ehe und ihrer Aufgaben vor mir, was mich sehr sicher machte. Wir heirateten nach nur neun Monaten.

Mit Michael heiratete ich gleichzeitig eine große NT-Familie, was hieß, dass ich mich in vielerlei Bereichen anpassen musste. Ich erlebte plötzlich, wie intensiv und oft sich diese Familie traf und gegenseitig half. Das kannte ich aus meiner Familie nicht in dieser Intensität. Doch da ich dazugehören wollte, begann ich mit einem Anpassungsprozess par exellance, der viel Kraft von mir abforderte. Dies alles hier darzulegen wäre zu viel, aber ich erinnere mich, dass ich immer wieder nach den Familientreffen erschöpft zusammenfiel. So viel Gerede, so viele Themen, die es mir schwer machten zu folgen. Nicht selten wurde ich ausgelacht, weil ich wieder einmal etwas falsch verstanden hatte. Das ließ mich oft dumm wirken und ich gab mir noch mehr Mühe, um gemocht zu werden.
Da ich ein sehr hilfsbereiter Mensch bin, erweiterten sich meine Hilfsangebote in der Familie. Es polierte mein Ansehen womöglich auf. Ich begann, meine nicht motorisierten Schwiegereltern überall hinzufahren, für sie da zu sein, sie immer zu besuchen, wenn ich mich in der Nähe befand, und immer zu lächeln. Ich wollte ihnen das Gefühl geben, gerne bei ihnen zu sein. Sie haben mich nie anderes kennengelernt. Es entstand in der Tat ein sehr herzliches Verhältnis. Ich beklagte mich nie, denn es war auch immer schön, dann, wenn es stattfand. Doch was war mit meinen Gefühlen vorher und nachher los?

Schon Stunden vorher, manchmal Tage, spürte ich diesen Widerstand in mir, wir ungern ich es im Grunde tat, weil es mir so schwerfiel. Dieser Trubel erschöpfte mich, eher er begann, doch ich hielt durch. Dafür fiel ich danach oft für ein bis zwei Tage energielos zusammen, je nachdem wie lang und aufwendig mein Einsatz war.
Familienfeiern wurden für mich zur Tortur! Und doch verlangte es meine Anpassung, die abzuhalten oder zu besuchen. Bei einer großen Familie, in der ich nun lebte, kein leichtes Unterfangen. Fast jede Woche wurde irgendwo irgendwas gefeiert. Ich sah mit Stress fast jedes Wochenende auf mich zurasen, sagte nichts und lächelte stets gutgelaunt. Was ich wirklich fühlte war ganz allein mein Problem.

Mein Mann erfreute sich sehr an diesem guten Verhältnis zwischen seinen Eltern, Geschwistern und mir. Aus seiner Sicht passte ich gut dazu. Das wiederum erfreute mich, und ich gab mir immer mehr Mühe. Doch wenn ich ehrlich bin und heute auf diese Zeit zurückblicke, wurde ich die meiste Zeit nur von einem Gedanken beherrscht: Durchhalten! Nur Durchhalten!

Da ich mich nie beklagte, konnte mein Mann nicht ahnen, wie sehr ich litt. Ich selbst nahm mein Leid nicht einmal als Leid war, sondern als Art Arbeit oder Schufterei im Leben. Ja, meine private Zeit empfand ich immer als wahre Schufterei! Ich kam so gut wie nie in die Erholung.

Vier Jahre nach unserer Hochzeit kamen die Kinder, die wir uns wirklich wünschten. Beide Jungs sind absolute Wunschkinder. Die Geburten waren beide sehr schwer, lang und schmerzhaft.
Michael war stets darum bemüht, uns immer gut versorgt zu wissen. Er war tüchtig, kam einer soliden Arbeit nach und ließ es uns an nichts fehlen. Das gab mir ein gutes und sicheres Gefühl. Ich konnte mich immer auf ihn verlassen. Das war sehr wichtig. Er zweifelte nicht einen Tag daran, dass für mich etwas falsch im Leben lief. Wie auch?

Zwei Jahre später begann ich vom Tod zu träumen. Fast jede Nacht. Ich sah mich in meinen Träumen sterben und teilte es Michael mit. Heute kann ich nicht sagen, ob es bereits ein erstes Anzeichen von Autismus war. Ich fühlte mich in der Welt, in der ich lebte, wirklich sterben. Da dieser Traum nicht endete, begann es mir sehr schlecht zu gehen. Zusätzliche Schmerzen in der Brust ergaben zwei Jahren später, dass ich mit gerade 29 Jahren an Brustkrebs erkrankt war. Mein Immunsystem war zusammengebrochen und nicht mehr in der Lage, die wachsenden Krebszellen in den Griff zu bekommen. Eine OP befreite mich von Krebs und ich bemerkte, dass mit mir etwas passierte, was mich fortan von meinem Mann zu entfremden begann. Ich mied die körperliche Nähe immer mehr und gestand mir mehr Abstand und Ruhe vor der großen Familie ein. Das tat gut. Michael und ich schoben es auf die anschließende Therapie mit Chemo und Bestrahlung, doch mein Wunsch nach Zurückgezogenheit und Ruhe blieb, als die Therapien längst vorüber waren. Michael war ratlos und ich bemühte mich erneut um Anpassung. Da ich die einzige in der ganzen Familie war, die scheinbar anders fühlte, sah ich mich aufgefordert, wieder meine alte Rolle einzunehmen, doch Michael und ich gerieten immer öfter in Streit, denn meine Stimmung wurde immer gereizter. Irgendetwas lief mächtig falsch.

Unsere Ehe wurde immer mehr zu einer Art WG. Wir sahen unsere Aufgaben als Eltern darin, die Kinder großzuziehen und alles in Bewegung zu setzen, was ihrer Entwicklung guttat. Meine Rolle als Mutter funktionierte gut und ich fühlte mich sehr wohl und sicher darin. Meine Rolle als Ehefrau jedoch verlor sich. Ich konnte einfach nicht zwei Rollen gleichzeitig standhalten. Obwohl wir uns auf der einen Seite sehr mochten und liebten, gerieten wir auf der anderen Seite immer öfter aneinander. Eine Art Keil schien sich zwischen uns zu schieben und niemand wusste, woher dieser Keil kam. Ich habe es Michaels Geduld und seinem Bestreben nach Harmonie zu verdanken, dass wir jede Krise irgendwie meisterten. Hätte die Entscheidung allein bei mir gelegen, wäre unsere Ehe gescheitert. Für mich waren gewisse Grenzpunkte schneller erreicht, als bei ihm. Michael lebt in einer Grauzone, ich nicht. Bei mir gab es immer schon Alles oder Nichts. Damit bleiben gewisse Reibereien nicht aus. Meine Impulsivität und Ungeduld taten ihr Übriges.

Wir durchstanden sechs grenzwertige Krisen in unserer Ehe, die ich zum Schutze unserer Familie nicht aufführen möchte, doch heute kann ich sagen, dass es immer wieder etwas mit dem Schrei von meiner Seite nach einem anderen Leben zu tun hatte. Ich wollte ständig etwas verändern oder weg von Deutschland! Ich fühlte mich immer schon getrieben und konnte mit all diesen Anforderungen der Gesellschaft hier nicht leben! Das konnte mein Mann natürlich nicht nachvollziehen. Ich hatte nie ein richtiges Heimatgefühl verspürt, er dafür umso mehr.
Bei mir zeigte sich eine Erkrankung nach der anderen. Mit 40 Jahren litt ich bereits an drei Autoimmunerkrankungen und niemand wusste, woher sie rührten. Man diagnostizierte mir ständig Stress, aber ich war nicht in der Lage, den Stress abzubauen. Michael verstand oft nicht, warum mich gewisse Situationen so sehr mitnahmen. Er ließ vielen kaum Beachtung zukommen und versuchte mich immer wieder zu beruhigen. Doch es nützte nichts. Ich nahm viele Situationen ganz anderes wahr als er. Extremer.

Als sich die vierte Autoimmunerkrankung ankündigte, brach ich das bisherige Leben ab. Unsere Ehe stürzte in die tiefste Krise, die wir je erlebt hatten. Zum ersten Mal entschied ich, mich für wenige Wochen von meinem Mann zu trennen und verreiste. Nach dreißig Jahren Ehe spürte ich zum ersten Mal wieder das wohltuende Gefühl von Alleinsein. Das machte mir Angst. Es machte uns beiden Angst. Dies war keine klassische Trennung oder das Aus einer Ehe, weil wir uns auseinandergelebt hatten, nein, es war etwas anders, was unsere Ehe gefährdete.

Ich hatte vor einigen Monaten durch Zufall von dem Asperger Syndrom gehört und gelesen, was vieles in meinem Leben erklärte. Ich näherte mich der Vermutung, dass ich eine Betroffene sein könnte.
Michael und auch seine Familie konnten anfangs nicht verstehen, was passierte, doch Michael gab mir die Chance, mich immer mehr zu erklären. Das gab auch ihm die Chance zu erkennen, wo die Probleme, unter denen wir immer wieder litten, zu finden waren. Wir begannen stundenlange Gespräche zu führen, uns gegenseitig Vorwürfe zu machen oder gar zu streiten. Doch wir fanden im Gespräch immer wieder zusammen. Eine wichtige Handlung in dieser Zeit war die räumliche Trennung, indem ich ein eigenes Schlafzimmer bekam. Es gab mir erstmals das Gefühl, mich wenigstens nachts zurückziehen zu können. Sobald ich einen Menschen höre oder wahrnehme, kann ich nicht abschalten. Mein Leben in der Ehe hatte immer daraus bestanden, auf ständige Bereitschaft geschaltet zu sein. Wie ein Elektrogerät, bei dem das kleine Kontrolllämpchen ständig brannte und immer ein wenig Strom verbraucht. Meine Energie war dadurch ständig gefordert und floss nebenbei unverbraucht davon. Meine langjährige Schlaflosigkeit wurde besser und ich fand erste Momente der tiefen Ruhe.
Danach trennten wir ein wenig das Wohnzimmer, weil ich mir dort ein Arbeitszimmer einrichtete. Ich bekam das große Wohnzimmer, Michael ein großes Zimmer, was einer unserer Söhne hinterlassen hatte. Auch das gab uns die Möglichkeit, die veränderte Situation besser zu verkraften. Wir suchten Abstand, anstatt Nähe, um zu verarbeiten, was gerade mit uns passierte. Das war wohl unsere Rettung gewesen, denn der Abstand brachte uns gegenseitiges Verständnis und Verstehen.

Michael wusste bis vor drei Jahren nicht, dass er eine Autistin geheiratet hatte und ich wusste nicht, dass ich einen NT geheiratet hatte. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum unsere Ehe überlebte. Michael ist ein introvertierte NT, der vielleicht genau deswegen die richte Mischung für mich ist. Er lässt mich in einer Form der Geduld und Ruhe an seinem Leben teilhaben, die ich nicht besitze und ich lasse ihn an meiner Anderswahrnehmung teilhaben, die er nicht besitzt. Auf meine Frage, ob er vielleicht lieber mit einer NT-Frau verheiratet gewesen wäre, gab er folgende Antwort: „Nein, denn keine ist wie du, egal, wie anstrengend es war oder noch sein wird. Du bist so interessant anders, dass es nie langweilig mit dir wird und ich dich nie missen möchte“
Na, das ist doch mal ein Kompliment an eine Asperger-Frau!

Unsere Ehe hat überlebt! Wir planen nun in einem anderen Haus zu leben, weit weg von einer Reihensiedlung, was weit in der Natur liegt, damit ich die Ruhe bekomme, die ich brauche. Auch dort werde ich meinen Rückzugsort und viel viel Freiheit bekommen, denn Michael hat begriffen: je mehr Freiheit und Alleinsein er mir einräumt, desto näher bin ich ihm. Und wenn wir nun eine gemeinsame Zeit verbringen, dann ist sie intensiv und ehrlich!

Ab jetzt kann man meine Blogs auch zusammengefasst als eBook  oder  Printausgabe lesen
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16 Gedanken zu „Eine Ehe zwischen einer Aspergerin und einem NT

  1. Frau Anders

    Danke für deine Zeilen und daß wir etwas an deiner Ehe teilhaben durften! Das was ihr da geschaffen habt klingt wunderschön und passend und ich hoffe daß auch deinem Mann so ein Leben gefällt. Denn doof ist wenn sich immer nur einer für den anderen verbiegt.

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    1. denkmomente Autor

      Vielen Dank! Du bringst es genau auf den Punkt. Da ich das Gefühl von „Verbiegen“ nur allzu gut kenne, habe ich natürlich Angst, dass mein Mann nun umgedreht auch in diesen Prozess fällt. Es ist also große Aufmerksamkeit geboten. Wir reflektieren deswegen sehr häufig, wenn wir etwas entscheiden. Und doch haben wir gelernt, erst einmal etwas auszuprobieren, bevor wir es verurteilen. Es ist doch erstaunlich, dass uns oft genau das guttut, von dem wir immer dachten, es würde uns nicht guttun… Deswegen: Mut zur Veränderung!

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  2. Aspergiller

    Herzlichen Dank für diesen besonderen Einblick.
    Man merkt, Du hast es gut mit Deinem Mann getroffen. Ich wünsche Euch in diesem neuen Lebenstil mit mehr Freiraum noch viele schöne Ehejahre von denen Ihr später im Alter sagen könnt: Das war der Beginn der besten Jahre!

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    1. denkmomente Autor

      Vielen Dank! Ja, ich habe es wirklich gut mit meinem Mann angetroffen! Das ist wohl auch der Grund, warum ich mich nie trotz Krisen von ihm wirklich getrennt habe. Wir sind nun sehr neugierig, wie sich unser neues Leben mit diesem Wissen gestaltet. Es wird sicherlich immer wieder zu Momenten kommen, die schwer sind, aber die letzte Zeit hat uns gelehrt, nicht aufzugeben. Am Ende werden wir gewinnen!

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  3. kiki0104

    Danke für die ehrlichen Worte! Ich lese sehr gerne über erwachsene Autisten, denn dann weiß ich, dass mit meinem Sohn auch alles seinen Lauf nehmen wird (sehr abgeschwächter frühkindlicher Autismus- ich sag immer: Er ist Asperger, denn er ist ein wahres Plappermündchen…)

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    1. denkmomente Autor

      Vielen Dank! Ich finde es toll, dass du einen so guten Blick auf deinen Sohn wirfst. Das wird ihm helfen, vieles leichter zu verstehen. Ich fand immer das Schwerste im Leben das „Nichtverstehen“. Es ist so irritierend. Man kommt nie in ein wirklich gutes Lebensgefühl. Ich wünschte, meine Eltern hätten damals Bescheid gewusst. Es hätte vieles verhindert. Aber ich bin dennoch dankbar, dass ich der Sache auf die Spur kam und freue mich über jeden, dem ich helfen kann. Alles Gute für dich und deinen Sohn!!

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  4. Katie

    Das kommt mir unheimlich bekannt vor. Sowohl die Krisen, als auch das ewige missverstanden werden, wie auch der Charakter deines Partners und deine Verhaltensweisen , das ist bei mir und meinem Freund ganz ähnlich. Ich stecke gerade mitten in so einer Krisen – Einsichts-phase. Ich hoffe dass sich alles wie bei dir zu einem geordneten Zustand wendet mit dem ich ruhe finden kann.

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    1. denkmomente Autor

      Diese „Krisen-Einsichts-Phasen“ sind harte Arbeit, liebe Katie. Und sie dauern lange. Deswegen: nicht den Mut verlieren, wenn es Zeit braucht. Die Gefühle benötigen oft viel Zeit, um mit neuen Situationen klarzukommen. Wir mussten uns selbst mit all unseren Wünschen und Bedürfnissen erst reflektieren und dann den Mut aufbringen, es auch gegenseitig mitzuteilen. Das war oft sehr brenzlig. Der einfachste Weg wäre sicherlich die Trennung gewesen. Aber wäre es die Lösung gewesen? Ich finde, wenn man mit einem Menschen verheiratet ist oder sich in einer Partnerschaft befindet, und dieses Zusammenleben gerne erhalten möchte, lohnt es sich auf jeden Fall, dafür zu kämpfen. Je mehr Ihr euch austauscht, je mehr werdet Ihr ein Bauchgefühl dafür bekommen, wo der richtige Weg liegt. Alles Gute für dich und deinen Partner!

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  5. Trullafabrik

    Vielen Dank für diesen Text, ich hab ihn interessiert gelesen, denn das ist natürlich genau so ein Thema, das mich als Mutti einer Asperger Autistin ziemlich bewegt. Sie ist noch „klein“, wir haben Zeit, trotzdem – Gedanken dazu kommen, viele Fragezeichen auch…naja. „Abwarten und Tee trinken“! Und auch eine reine NT – Ehe ist ja manchmal „Arbeit“ 🙂

    Ich wünsche Dir unbekannterweise weiterhin alles Gute auf dm Weg!

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    1. denkmomente Autor

      Vielen Dank für deine nette Rückmeldung. Stimmt, jede Ehe bedeutet irgendwie „Arbeit“ . Toll, dass du dir vorzeitig soviel Gedanken für deine Tochter machst. Es ist oft gut, wenn man gewisse Dinge einfach weiß und direkt den Partner darauf hinweisen kann. Das verhindert viele Missverständnisse. Dir und deiner Familie auch alles Gute!

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  6. booksandmore81

    Sehr interessanter Artikel 🙂 Ich finde es schön, dass ihr euch so gut miteinander versteht und so vieles überstanden habt 🙂 Hoffentlich findet ihr ein schönes Haus und ich freu mich schon auf ein erneutes Treffen mit euch 🙂

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    1. denkmomente Autor

      Vielen Dank, liebe Sindy! Ja, es wird langsam ruhiger und vieles regelt sich immer besser. Wir sind guter Dinge, dass wir auch den Reat noch schaffen … Ich freue mich auch, wenn wir uns wiedersehen!! Liebe Grüße!

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  7. blutigerlaie

    danke sehr! Bei uns gint es sie auch, immer wieder Krisen. Ich wünsche dir sehr, daß ihr euren Weg weiter so gut schafft& zueinandersteht. und ja, wäre ich nicht so Asperger“stur“, d.h. „ehe ist Ehe“, wärs schwieriger…

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  8. Daniela

    Vielen Dank, dass Sie auch die Beziehung / Ehe zu Ihrem Lebenspartner beleuchten. Über 30 Jahre funktionierende Ehe sind wunderbar und dürften ein sicherer Halt sein, Geborgenheit und einen festen Platz darstellen. Ja, Krisen gibt es in jedem menschlichen Zusammensein, erst recht in einem so engen, denke ich. Ich habe interessiert Ihre „Blogs“ gelesen. Darauf gekommen bin ich durch „Denkmomente 1“. Schön zu sehen, dass es noch andere Menschen gibt, die sehr ähnlich erleben. Ich dachte schon, ich bin ein „Alien“ zudem ich jetzt, im Alter von 47 Jahre, ebenfalls erst so langsam dahinter komme, was hier los ist bzw. los sein könnte. Ausschlaggebend war eine neue Kollegin, die mich jüngst (sicher unwissentlich)in die Nähe einer Krise gebracht hat. und mein, hmm… Beziehungspartner (?). Den Arbeitsplatz werde ich wechseln – nach 4 Jahren (; Den Partner versuche ich, zu (be)halten. Ein großes Thema sind für mich Beziehungen und besonders die Lebensbeziehungen. Da wünsche ich mir mehr „Einblicke“. Richtig blöd in meinem Alter, aber ich gucke da eher zu oder wie Sie es an anderer Stelle beschreiben: Ich hänge mich mal aus dem Fenster, mit der Rückzugsmöglichkeit im Hintergrund. Abhängigkeiten sind mir ein Gräuel. Ich habe einen Sohn, weil das einer meiner Lebenswünsche war – warum hätte ich diesen aufgeben sollen? Mangels vertrauenswürdigen Mann? Nein. Mein/unser Geld kann ich ganz alleine verdienen und alles mit der Lebensführung zusammenhängende macht auch seltener Probleme. Es funktioniert, manchmal irgendwie über Umwege (da wird dann gerne mal die Pippi L. zitiert), aber es funktioniert. Ein vertrauenswürdiger Partner gehört zu den größten Lebenswünschen wie die Ziele, die ich erreicht habe. Mein Kind, meine Ausbildungen und die Aufstiegsqualifizierung sowie mein Wunsch-Lebensort. Ich schreibe „vertrauenswürdiger Partner“ und bin wahrscheinlich ungerecht. Vertrauen fällt mir schwer. Ich habe Angst zu vertrauen, wittere ständig Gefahr wenn ein „einlassen“ angesagt wäre. Manchmal bin ich physisch vorhanden aber geistig nicht. Ein Teil von mir bleibt vor der Türe und schaut erstmal ganz genau hin und dann schaue ich und schaue. In meiner jetzigen Beziehung dachte / denke ich mir, es geht vielleicht vorbei ich kann irgendwann ein Teil davon sein, dabeisein. Bei kleinen Störungen (durchaus auch bei eingebildeten) wechsle ich zur reinen, körperliche Präsenz und mental beobachte ich dann nur durch das Fenster. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich schaffe es nicht zu vertrauen, ich habe Angst. Vielleicht haben Sie in anderen Lebensbereichen damit Erfahrung? Ich suche Informationen und bin sicher, eine „klassische“ Therapie wird`s nicht lösen – ich befürchte da eher eine größeres Chaos. Ich kann heute meine Ängste gut in Zaum halten und mit mir selbst ausmachen und von daher ist dieser Partner aktuell beständiger als meine Beziehungsmenschen (gut überschaubaren – bitte keinen falschen Eindruck bekommen) zuvor. Ich gehe diesen Weg, denn alle anderen „Einmischungen“ würden mich verwirren. Da schweige ich. Würde mich freuen, wenn Sie Ihr Erleben aus anderen Bereichen der Mitmenschlichkeit schildern wollten/könnten oder auf übersehenes verweisen. Befinde mich hiermit sehr im Dunkeln. Herzliche Grüße!

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