Liebe atmen, Liebe schenken

Liebe ist für mich ein Gefühl, das mir Tränen in die Augen treibt. Ich spüre sie tief aus meinem Herzen aufsteigen, wenn mir etwas sehr gefällt. Mit dieser Liebe verbinde ich eine große Dankbarkeit. Alles was ich liebe, pflege ich mit großem Dank.

Die kleinsten Dinge können in mir Liebe auslösen: die Flamme einer Kerze, eine nette Karte, das Knistern eines brennenden Ofens, ein schönes Buch, der Blick auf eine wunderschöne Landschaft oder der Sonnenaufgang am Morgen bei einer Tasse Tee. Es kann ein Tier auf einer Lichtung sein oder das Rauschen des Meeres.
Ich bin demzufolge schnell und einfach glücklich zu machen. Wer dies erkennt, wird meine Liebe schnell spüren.

Doch ich trenne Liebe. Es gibt für mich die Liebe zu Menschen und Tieren und die Liebe zu allem, was die Natur mir bietet.

Meine Liebe zu Menschen und Tieren:
Ich habe viel über die Liebe gelesen und festgestellt, dass viele Menschen sie auf Personen oder Tiere reduzieren. Für mich wird dadurch nur ein kleiner Teil meiner Liebeswahrnehmung bedient. Ich könnte auch sagen, ich fühle mich nicht auf einen Bereich der Liebe fixiert. Sie ist für mich allumfassend.
Wie ich bereits in einem älteren Beitrag schrieb, verbinde ich Liebe zu Menschen mit dem Gefühl der Annehmlichkeit oder Zuneigung. Der andere muss sich gut in meiner Nähe anfühlen. Ich muss in ihm ruhen können und mich sicher fühlen. Menschen, die meine Energie unablässig aufsaugen, kann ich dieses Gefühl nicht schenken. Für mich bedeutet eine glückliche Partnerschaft oder Freundschaft ein Geben und Nehmen im Gleichgewicht. Fordert ein Partner oder Freund ständig mehr ein und ich erfahre keine Gegenenergie, erschöpft mich dieser Zustand auf Dauer so sehr, dass ich mich zurückziehe. Ändert sich der Zustand nicht, geht es in Ablehnung über bis hin zur Abneigung.

Ich mag inspirierende Menschen. Das sind Menschen, die gerne unabhängig leben, über ihre eigene Energiequelle verfügen und nicht die Energie anderer Menschen zum Leben benötigen. Bei ihnen fühle mich sicher, meine Kraft für mich behalten zu können. Ich beobachte gerne, wie sie ihr eigenes Glück leben und sich nicht in die Abhängigkeit vom Glück anderer begeben. Sie stehen stabil im Leben und klammern nicht. Klammern ist für mich ein unerträglicher Zustand und kann nie meine Liebe erreichen.

Eine normale Partnerschaft sieht vor, eine Art Abhängigkeit voneinander zu pflegen. So erlebe ich es zumindest bei Freunden und in der Familie. Das schreckt mich ab. Abhängigkeit fühlt sich für mich schlimm an. Für mich bedeutet Partnerschaft einen Menschen an meiner Seite zu haben, der in sich selbst ruht, für den ich keine Verantwortung tragen muss und auf den ich mich immer verlassen kann. In diesem Fall ist derjenige meiner Liebe sicher. Umgekehrt genauso. Ich kann sehr gut in mir selbst ruhen, möchte nicht dass mein Partner für mich Verantwortung tragen muss und bin treu und zuverlässig. Doch ich muss es nicht immer durch Gesten, Worte oder Geschenke zeigen. Es ist ein Mechanismus, der sich von alleine in Gang hält. Gerät dieser Mechanismus auf Dauer ins Ungleichgewicht, löst sich mein Gefühl für den anderen auf.
Tiere sind erstaunlicherweise in der Lage, ein Leben lang mit ihren Besitzern in diesem Gleichgewicht zu bleiben. Vielleicht weil sie keine Eigensucht oder Besitzsucht verspüren. Ich liebe Tiere.

Meine Liebe zur Natur:
Dies ist die zweite Form von Liebe, die ich verspüre, und sie ist enorm und vollendet das allumfassende Gefühl meiner Liebe. Die Natur inspiriert mich in einer Form der Größe, die ich nicht selten mit Tränen in den Augen aufnehme. Ich weine mehr vor Glück als vor Kummer in meinem Leben. Ich weine fast nie in Gegenwart von Menschen. Weinen ist ein Ausdruck meiner privaten Gefühle, die ich mit niemandem teilen möchte.
In der Natur teile ich diese Gefühle, weil sie mich nicht auffordert, mich zu erklären. Sie gibt ohne zu nehmen. Ich schenke ihr dafür meine Aufmerksamkeit und nach bestem Wissen meinen Schutz und Respekt. Ich kann mich jederzeit auf sie verlassen und bekomme Geschenke in Form einer Größe des Daseins, die mich oft überwältigt. Naturgeräusche lösen in mir ein großartiges Lebensgefühl aus. Ich wäre nie in der Lage, in einer großen Stadt zu leben.

Je älter ich werde, desto mehr verspüre ich das Gefühl, tief in der Wildnis verschwinden zu wollen. Viele Menschen suchen im Alter die Nähe von sicherer Infrastruktur (Ärzte, Geschäfte, Familie). Ich funktioniere umgekehrt. Ich suche nicht die Abhängigkeit von der Zivilisation, sondern die Unabhängigkeit in der Natur. Das begründet sich darauf: Je bequemer man im Alter lebt, als desto unglücklicher empfindet man sein Leben. Sieht man sich jedoch herausgefordert, mehr denn je im Leben zu bewältigen, indem man zum Beispiel sehr naturnah lebt und vieles im Alltag selbst vollbringt, kann dies ein großes Glück bis zum Lebensende bedeuten. Es hält Körper und Herz gesund. Ich möchte gerne mit 80 Jahren auf meiner Bank vor dem Haus sitzen und auf einen Garten blicken, den ich selbst instand halte.

Man kann „an meiner Seite“ leben, aber nur schwer „mit mir“. Ich atme Liebe in der Natur und schenke sie allem und jedem, der sie annimmt. Doch wer mich versteht und mich so anzunehmen weiß, wie ich bin, der kann auch durchaus „mit mir“ leben.

(Ab jetzt kann man meine Blogs auch zusammengefasst als eBook und  Printausgabe lesen)

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