Mode, Trend – was ist das?

Ist Mode etwas, was anderen gefällt oder etwas, was mir gefällt? Ist es etwas, was andere uns aufzwingen wollen oder etwas, was ich mir gewünscht habe?
Es ist ein ständiger Wandel von Angeboten und damit für mich sehr schwer zu verstehen.

Für mich ist Mode etwas für Menschen, die keinen eigenen Geschmack haben. Genauso der Trend. Mit diesen Dingen geben uns wildfremde Menschen vor, nur dann geliebt und gemocht zu werden, wenn wir ihre Vorgaben (Mode, Trend) erfüllen. Wie fatal! Aber ein Wirtschaftsfaktor!

Mit diesem Satz mache ich mir bestimmt keine Freunde, aber ich frage mich immer wieder, wie es sein kann, dass mir heute blondes Haar und morgen braunes Haar gefällt? Entweder gefällt mir das eine oder das andere. Und was ist mit der natürlichen Haarfarbe? Ist die jetzt falsch?

Mir gefällt meine eigene Haarfarbe am Besten, denn das bin ich. Ich habe mittlerweile ziemlich graue Haare, aber das finde ich sehr in Ordnung, weil es der natürliche Lauf der Dinge ist. Mit blondem oder braunem Haar würde ich nicht mehr mich selbst zeigen. Ich will auch nicht mit der Haarfarbe meiner Jugend im Alter leben, denn das ist nicht authentisch. Es ist eine verschleierte Welt. Ich komme in verschleierten Welten nicht klar.

Was ist Mode? Was ist ein Trend?
Werde ich nur anerkannt und bin ich nur dann wertvoll, wenn ich dem folge?Was ist mit meinem Auto, dem Geschirr, der Bettwäsche, meinen Möbeln und und und …

Wie kann ich selbstsicher sein, wenn mir ständig erzählt wird, dass meine Welt, in der ich lebe, falsch ist. Wenn meine Kleidung falsch ist, meine Augenwimpern ohne Booster, mein Speiseplan ohne Alkohol, mein Leben ohne Handy… Mittlerweile will Google meine Handynummer, um mir mehr Sicherheit im Internet zu geben. Ich habe kein Handy. Muss ich nun unsicher
leben?

Bei mir ist es so, dass sich mein Geschmack natürlich auch im Laufe des Lebens immer mal etwas verändert – ist doch klar – aber im Grunde verändert er sich nicht sehr und schon gar nicht vierteljährlich.
Ich mag Jeans, deswegen trage ich sie. Heute, morgen und nächstes Jahr auch noch. Und in zwei, drei Jahren ebenso.
Genauso ist es mit Jacken, Bettwäsche, Möbel usw … Muss ich jedes Jahr neue Jacken haben, weil es die Mode vorgibt? Jedes Jahr neue Gardinen, weil es der Trend so vorgibt? Nein!
Muss ich alle paar Jahre einen neuen Wagen habe, weil ich von meinen Nachbarn anerkannt werden will? Nein!
Dieser ständige Wechsel lässt sich auf viele Bereiche des Lebens übertragen.
Wenn mir etwas gefällt, dann kaufe ich es und benutze es solange, bis es ausgedient hat oder abgenutzt ist. Bei mir wird äußerst selten etwas entsorgt, wenn es noch in Ordnung ist. Wenn, dann gebe ich es in karikative Organisationen oder verkaufe es zu einem angemessenen Preis. Ich sammle nichts (außer Büchern). Wenn gut erhaltene Kleidung aufgrund von Figurveränderungen nicht mehr passt, verstaue ich sie in einem Karton und stelle ihn auf den Speicher. Warum sollte ich sie wegwerfen? Sobald ich wieder das Gewicht erreicht habe, öffne ich mit großer Freude meinen „Vorrat“! Ich werfe also nicht gleich alles weg, um es mir später wieder neu zu kaufen. Welcher Irrsinn!

Was ich an Mode und Trends allerdings spannend finde ist, dass sich die Dinge immer wieder wiederholen. Dann kann ich meinen Geschmack wieder komplettieren, bzw. meine Bestände wieder auffüllen. Oft sind es nur kleine Details. Eine bestimmte Art von Blusen oder Schuhen, die es schon jahrelang nicht mehr gegeben hat, taucht plötzlich wieder auf dem Markt auf.

Mode und Trends können mir auch Angst machen, denn wenn mir etwas richtig gut gefällt, dann habe ich hin und wieder Angst, dass es nächstes Jahr vom Markt verschwinden kann. Durch die Masse des Angebots, die unsere Märkte überschwemmt, ist natürlich kein Platz für alles, aber seit es das Internet gibt, ist das Problem geringer geworden und hat sich im Bereich Mode und Trend etwas abgeschwächt. Die Verbraucher bestimmen selbst immer mehr, was sie mögen. Das finde ich gut, denn dadurch habe auch ich als Autistin die Sicherheit bekommen, dass ich z.B. die Art von Schuhen, die ich mag, auch nächstes und übernächstes Jahr noch finden und kaufen kann.

Menschen ohne Autismus lieben die Veränderung und das Abwechslungsreiche, weil sie sich schnell auf neue Dinge einstellen und reagieren können.
Ich liebe die Gewohnheit und oft ein überschaubares immer gleiches Angebot. Das gibt mir Sicherheit, weil ich Probleme mit neuen und fremden Dingen sowie Situationen habe. Natürlich freue auch ich mich über neue Ideen, Anregungen und Veränderungen, aber nicht in dem Maße, wie es heute praktiziert wird. Alles wird immer schneller, immer größer, immer höher. Aber wird es dadurch besser?

(Ab jetzt kann man meine Blogs auch zusammengefasst als eBook und  Printausgabe lesen)

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