Geld ist Nebensache

Ich habe mein Leben noch nie auf Geld ausgerichtet. Es hat für mich nie eine große Rolle gespielt. Deswegen habe ich wohl auch keine Probleme damit. Ich kann mit totalem Verzicht genauso gut leben wie mit Luxus. Es kommt immer darauf an, wie es die wirtschaftliche Lage gerade zulässt. Ich bin ein guter Rechner, was Geldausgeben betrifft und mag es überhaupt nicht, wenn Geld sinnlos ausgegeben wird. Das bedeutet, wenn ich eine Jacke kaufe, dann trage ich sie auch. Wenn ich ein Buch kaufe, dann lese ich es auch. Wenn der Verdienst gut ist, lege ich Geld beiseite. Wenn der Verdienst knapp ist, muss ich besonders gut haushalten.

Ich konnte noch nie verstehen, warum Menschen Dinge/Nahrung kaufen, die sie nicht gebrauchen können, benutzen oder essen. Ein Beispiel: Ich erlebte einmal den Einkauf einer Bekannten, die sich mit zehn Kohlrabi eindeckte, weil sie so günstig waren. Acht davon warf sie letztendlich weg. Wo bleibt bitte der „Billig-Effekt“? Wenn ich schon viele einkaufe, dann friere ich sie doch wenigstens ein, oder?

Nächstes Beispiel: Kleidung. Ich besitze fünf Hosen, fünf Pullis, fünf T-Shirts, fünf Blusen. Das ist bei mir so eine praktikable Zahl, die immer funktioniert. Das Gute daran ist, dass ich nie Probleme mit der Auswahl von Kleidung oder einen überfüllten Schrank habe. Sobald ein Kleidungsstück aufgetragen ist oder mir überhaupt nicht mehr zusagt, entsorge ich es und kaufe dafür ein neues. Es gibt für mich zwei Winterjacken, zwei Sommerjacken und zwei Übergangsjacken. Auch das ist eine praktische Anzahl für mich, wenn eine Jacke gewaschen werden muss.

Mit Schuhen ist es ähnlich. Ich habe nie unter einem „Schuhtick“ gelitten und bin sehr froh darüber, denn ich bin immer wieder fassungslos, wenn ich sehe, wie viele Frauen und Männer unendlich viele Schuhe besitzen müssen und Geld dafür ausgeben, obwohl sie doch nur zwei Füße haben! Ich halte es wie mit den Jacken: zwei Paar Sommerschuhe, zwei Paar Übergangsschuhe und zwei Paar Winterschuhe. Dann besitze ich noch zusätzlich ein Paar gute Wanderschuhe. Das macht Sinn, weil ich viel wandere.
Dafür, dass ich so wenig Schuhe besitze, kann ich mir auch gute Schuhe leisten. Sie haben oft eine so gute Qualität dass ich sie ganze Saison über tragen kann. Manche halten sogar über mehrere Jahre. Mein Geschmack bleibt immer gleich, also brauche ich nicht nach Modetrends zu schauen.

Ich konnte noch nie Menschen verstehen, die einen überfüllten Kleiderschrank besitzen und dann sagen: „Ich weiß nicht, was ich anziehen soll.” Ich frage mich „Wieso?“, denn es ist doch genug da! Durch dieses Überangebot (Reizüberflutung) kommt der Mensch doch nur in Entscheidungsnöte. Warum soll ich mir so etwas antun? Ich habe sogar Haushalte gesehen, in denen der Kleiderschrank so überfüllt war, dass man schlichtweg nichts mehr hineinhängen oder herausholen konnte und die Person von nur ein paar Kleidungsstücken lebte, die sie auf einem Stuhl platzierte. Dann sah ich Haushalte, die fünf oder sechs verschiedene Essservice besaßen, aber nur eins benutzten. Warum? Nur des “Habens oder Gefallens” wegen? Wenn ich alles kaufen würde, was mir gefällt … oh mein Gott, wo käme ich da hin?

Ich erkläre mir meine Einstellung damit, dass ich von Natur aus schon unter Reizüberflutungen leide. Ich nehme oft mehr wahr als andere und versuche mein privates Umfeld so übersichtlich wie möglich zu halten. Jede unnötige Anschaffung belegt eine Zelle in meinem Gehirn und benötigt Aufmerksamkeit. Je weniger ich besitze, desto befreiter fühle ich mich. Am liebsten würde ich in einer ganz kleinen Holzhütte leben und nur die nötigsten Dinge besitzen. In dem Begriff “nötig” ist der Begriff “Not” enthalten. Also frage ich mich immer: Ist das nötig? Erleide ich Not, wenn ich das nicht kaufe? Viel kaufen heißt für viele vielleicht “belohnen, sich wohlfühlen”. Ich belohne mich durch Ruhe, Alleinsein, Lesen, Wandern und geringen Besitzstand, also Überschaubarkeit.

Es ist mir immer wieder eine große Freude, einmal im Jahr den Haushalt auszumisten und es wirkt wie ein Befreiungsschlag auf mich.

Dadurch, dass ich nicht nach Lust und Laune Kleidung, Schuhe, Essen und sonstige Dinge kaufe, habe ich auch keine Probleme mit Geld. Alle meine Anschaffungen sind auf Nutzbarkeit ausgerichtet. Dadurch habe ich in meinem Leben nie finanzielle Not gelitten.

Dafür bleibt mir etwas mehr Geld für andere Dinge, auf die ich großen Wert lege: Wohnen und Reisen. Für mich war es immer wichtig, in einem Haus zu leben, weil ich die Unabhängigkeit darin mag. Ich muss keinen Trockenraum, Keller oder Maschinenraum mit anderen teilen und mich auf andere einstellen. Ich begegne niemanden während meiner alltäglichen Hausarbeit und kann in Ruhe alles so einrichten und anordnen, wie es mir passt. Ich mag keinen Tratsch und Smalltalk im Treppenhaus und keine unerledigten Reinigungsdienste. Das macht mich aggressiv, weil ich es mit unfairem Verhalten dem anderen gegenüber verbinde.

Das alles sind Gründe, warum Geld für mich nebensächlich ist. Meine Lebensansprüche sind sehr niedrig und übersichtlich. Ich kaufe sehr gerne in Second Hand Läden oder auf Trödelmärkten ein. Gebrauchte und auch alte Dinge (besonders Möbel) gefallen mir oft besser als dieser neumodische Kram.

(Meine Blogs gibt es auch als eBook bei Amazon unter „Denkmomente“ und bald als Printausgabe)

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