Es ist für mich sehr befremdlich, zum ersten Mal in meinem Leben über mich persönlich zu schreiben, obwohl ich als Autorin tätig bin. Ich bin gelernte Erzieherin, schreibe aber bereits seit meiner Kindheit Geschichten und Tagebücher und seit einigen Jahren Romane und Thriller. Diese Geschichten handeln nicht von mir. Es sind Geschichten, in denen ich meine Angst und Wut verarbeite, aber auch Glück und Freude. Sie sind Bestseller und ein Buch ist 2014 sogar für einen Autoren Preis nominiert worden. Aber nun einfach über mich privat los zu plaudern, ist etwas ganz Neues. Es fühlt sich komisch an, weil ich nicht gerne über mich rede oder schreibe. Ich wüsste auch nicht, warum andere sich für mein privates Leben oder mein Denken interessieren sollten.
Was hat mich also dazu bewogen, diese Beiträge zu schreiben?

Ich habe mit 48 Jahren herausgefunden, dass ich eine Betroffene des Asperger Syndroms bin. Ziemlich spät, nicht wahr? Das erklärt viele Dinge in meinem Leben, die mir passiert sind und immer noch passieren. Es erklärt aber auch meine zeitweise diffusen Gefühle, unverständlichen Wahrnehmungen und Reaktionen.
Ich entschied, als ich von diesem Syndrom erfuhr, Blogs über mein Denken zu verfassen, um auf diesem Wege meine Verwirrungen zu verarbeiten. Ich hielt und halte es immer noch für eine gute Sache, weil ich hoffe, damit anderen Betroffenen zu helfen. Viele wissen nicht, dass sie betroffen sind und leiden unter großen Problemen und ständiger „Lebenserschöpfung“. Viele finden durch Gleichgesinnte Trost, Kraft und neue Wege. Das war auch meine Hoffnung, als ich begann, über meine ersten Probleme zu schreiben.
Ich war überwältigt, wie groß die Resonanz war und wie viele Menschen meine Gefühle und Ansichten teilten. Es gab mir Halt, Trost, Sicherheit und Zuversicht. An dieser Stelle also ein riesengroßes Dankeschön an alle, die mich bei den Blogs unterstützen, sie kommentieren und liken. Ebenso ein großes Dankeschön an alle, die meine Facebook-Seite gefunden haben und sich dort in einer kraftspendenenden Art und Weise einbringen. Wir tauschen uns aus, diskutieren und verteilen Termine und Informationen.
Es wenden sich nicht nur Betroffene an mich, sondern auch NTs, also die Nicht-Betroffenen, die neurologisch Typischen. Sie nehmen an dem Austausch der Kommunikation teil mit dem Ziel, uns alle besser miteinander zu verstehen, auszukommen und zusammenzuarbeiten. Wir sind mittlerweile zu einer recht großen Familie herangewachsen, die Termine von Selbsthilfegruppen, Ärzten und Vorträgen zum Thema Asperger Syndrom, Hilfsmitteln und Methoden (Begleithunde), Bücher von Betroffenen und Arbeitsstellen für Asperger austauschen. Danke an alle, die sich beteiligen!

Ich bin jetzt 51 Jahre alt, seit 31 Jahren verheiratet und habe zwei tolle erwachsene Jungs. Das hört sich sehr normal an, ist es aber nicht. Bis vor drei Jahren wusste ich noch nichts von dem Syndrom und ich erfuhr durch Zufall davon, so, wie es vielen wohl ergeht, wenn sie bemerken, dass in ihrer Welt etwas nicht mehr stimmt. Bei mir war es ein eher ungewöhnliches Ereignis, denn ich hatte nach vielen Jahren rein zufällig einen Kontakt aus meiner Jugend wiedergefunden. Der erste Austausch ergab, dass er ein Betroffener des Asperger Syndroms sei, und ich begann darüber zu lesen, um mit diesem Freund besser kommunizieren zu können. Ich besorgte mir eine Buchausgabe von Tony Attwood und begann darin zu lesen. Schon auf den ersten Seiten erfassten mich Verblüffung und Faszination zugleich. Ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen, sah mich aber keinesfalls als eine Betroffene an. Und doch kam mir so vieles darin logisch vor.
Dann passierte folgendes:

Nach einem Jahr bahnte sich urplötzlich ein Zusammenbruch bei mir an, so schlimm, wie ich ihn nie zuvor erlebt habe.

Ich begann plötzlich an starken Schlafstörungen zu leiden und verlor zusehends mehr meine Alltagsstruktur. Meine Essgewohnheiten veränderten sich radikal und man versicherte mir von vielen Seiten, dass es die Wechseljahre seien. Aber das waren sie nicht. Irgendetwas war passiert, was niemand verstand. Am wenigsten ich. Dass meine Schlafstörungen bereits auf eine Depression hinwiesen, wusste ich nicht. Bislang hatte ich immer alles gut im Griff gehabt, doch plötzlich schien mir meine ganze Welt zu entgleiten. Ich litt an diffusen Ängsten und zog mich immer mehr von allen Menschen zurück. Nichts stimmte mehr oder war richtig, als hätte ich die ganze Zeit über in einer Scheinwelt gelebt. So kam es mir vor. Gleichzeitig bekam ich Angst, ob das Anzeichen von Verrücktsein wären. Als ich keinen Ausweg mehr fand, entschied ich zum ersten Mal in meinem Eheleben drei Wochen alleine weg zu fahren, um darüber nachzudenken, was gerade mit mir passierte. Vielleicht half mir die absolute Ruhe und der Abstand zu dem alltäglichen Leben. Dann passierte das schier Unglaubliche. Ich fühlte mich so wohl wie noch nie und hatte das Gefühl, den Platz in meinem Leben gefunden zu haben, an dem ich vollkommen glücklich war, örtlich wie mental. Gleichzeitig erschreckten mich meine eigenen Gefühle, weil ich immer ein sehr geselliger und familienorientierter Mensch gewesen war. Plötzlich war ich wie ausgewechselt und genoss die Einsamkeit und das Alleinsein wie nichts zuvor. Ich erinnerte mich, dass ich dieses Gefühl einmal in meiner Jugend verspürt hatte, es sich jedoch mit der Ehe und meiner Rolle als Mutter vollkommen verlor. Ich hatte es auch nicht vermisst.
Als ich von dieser besagten Reise wieder heimkehrte und meinen alltäglichen Aufgaben weiter nachkam, brach ich immer wieder zusammen, so dass mich der Verdacht, ich könnte vielleicht auch eine Betroffene des Asperger Syndrom sein, nicht losließ. Also wendete ich mich an die nächste Autismus-Ambulanz und holte dort einige Informationen ein.
Bereits im Vorgespräch zeigte sich, dass ich viele Symptome zeigte, die sich im Laufe der Zeit an das Leben der normalen Menschen dermaßen angepasst hatten, dass ich kaum noch auffiel. Ich war darauf trainiert nicht aufzufallen. Das Kaschieren meiner Gefühle, Ängste und Nöte war bei mir an der Tagesordnung. Doch ich wollte Gewissheit haben, denn meine Zusammenbrüche machten mir Angst und es war klar, dass ich unbedingt Hilfe benötigte. Also nahm ich Kontakt zur Universität Köln und der dort ansässigen Erwachsenenambulanz für Autismus auf. Viele Informationen zeigten mir ganz klar , dass ich mich auf dem richtigen Weg befand. Das erleichterte mich, auch wenn ich wusste, dass es kein leichter Weg sein würde.
Das Asperger Syndrom erklärte Dinge, die mir in meiner Vergangenheit passiert waren und heute immer noch passieren, und die Kenntnis darüber hilft mir zu lernen, mich ganz langsam zu begreifen.

Warum schreibe ich jetzt darüber?

Vielleicht ist es meine Art, mit dieser Veränderung besser umgehen zu lernen, denn ich besaß immer schon die Leidenschaft alles aufzuschreiben, was mich bewegt. Dadurch lerne ich Vieles besser zu verstehen. Doch diesmal habe ich entschieden, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich habe gemerkt, dass sehr viel über Asperger-Männer berichtet wird, weil bei ihnen das Syndrom wesentlich häufiger diagnostiziert wird. Betroffene Frauen sind bislang weit weniger erfasst, was nicht bedeutet, dass es weniger gibt. Doch da sich die Symptome bei Asperger Frauen etwas von denen bei Männern unterscheiden, gibt es noch Probleme bei der Erfassung. Frauen passen nicht so ganz in das bislang bekannte Diagnoseschema, deswegen kommt es immer wieder zu Fehldiagnosen. Ich schreibe, um die Anzeichen des weiblichen Syndroms bekannter zu machen und auf diesem Wege Betroffenen etwas zu helfen.

Das Asperger Syndrom ist keine Krankheit, sondern eine Störung. Es ist eine Form der etwas anderen Wahrnehmung durch die Andersschaltung des linken Gehirnlappens. Da sich der Begriff „normal” durch die Mehrheit einer Anzahl definiert und Betroffene des Asperger Syndroms sich eindeutig (noch) in der Minderheit befinden, werden sie von der Gesellschaft als „nicht normal” wahrgenommen und bezeichnet. Zu Unrecht, wie ich finde. In meiner Welt existieren die Menschen wertungsfrei.

(Ab jetzt kann man meine Blogs auch zusammengefasst als eBook und  Printausgabe lesen)

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9 Gedanken zu „Ich stelle mich vor

  1. Forscher

    Hallo Marion,

    ich habe jetzt die meisten Deiner Texte gelesen und finde mich in so vielem – auch als Mann – wieder. Du sprichst mir in vielen Lebenssituationen aus der Seele und beschreibst in den Texten auch viel besser, was Ärztechinesisch nicht auszudrücken vermag. Was relativ nüchtern in den Diagnosekriterien beschrieben wird, ist erst mal schwer auf das reale Leben zu übertragen. Erst durch exakte Beschreibungen und Beispielen wie bei Dir wird klar, was es bedeutet, Routinen zu entwickeln, eine andere Wahrnehmung zu haben, wie man sich in Gesprächen schwer tut oder mit zielgerichtetem Handeln (Pläne, Termine). Dafür möchte ich Dir nochmals sehr danken – ich lese hier sehr gerne, und begreife mich dadurch selbst, auch wenn das vielleicht egoistisch klingt, aber das ist oft der erste Gedanke „Das kenn ich! So geht es mir auch! Endlich erklärt das mal einer, warum!“

    Bitte weiter so.

    Lg,Forscher

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    1. denkmomente Autor

      Vielen Dank! Es geht mir ähnlich wie dir, ich lerne mich selbst durch diese Blogs erst besser kennen, denn ich verarbeite und lerne durch Schreiben. Immer wenn mich etwas beschäftigt, dann schreibe ich es auf. Anfangs war ich skeptisch, ob das Autismus ist, aber dann fand ich sämtliche Situationen bei anderen Autisten wieder. Das Leben wirkt oft so anstrengend, und ich beneidete andere immer um ihre Gelassenheit. Jetzt weiß ich, dass meine Verspannung normal ist, weil ich viel denke. Es freut mich, dass meine Blogs dir helfen. Es ist auch egal ob Mann oder Frau, obwohl sich die Anzeichen etwas unterscheiden, aber auch das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Du bist herzlich willkommen! LG Marion

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  2. simone

    Hallo Maron
    Auch ich habe jetzt alle deine Texte gelesen und bin begeistert . Ich bewundere wie gut du deine Gefühle und Gedanken zu Papier bringst . Bitte mach weiter so. Ich bin weiblich ,45 Jahre und habe 2 Kinder .Vor ungefähr einem Jahr bin ich rein zufällig auf den Begriff Asperger gestossen und habe das ganze Internet rauf und runter gelesen. Ich dachte sofort an meinen Vater , teilte es seiner Lebensgefährtin (seit 25 Jahren ) mit. Sie staunte sehr ,fast alle Symptome passen und nun wussten wir , warum mein Vater so ist wie er eben ist . Ihn darauf ansprechen trauen wir uns aber nicht ,er hat noch nie über seine Gedanken und Gefühle gesprochen ,das gab es bei uns in der Familie nicht ,so ist es heute auch noch . Ich denke auch viel über mein Leben nach ,vieles was ich las trifft auch auf mich zu ,anderes gar nicht . Blickkontakt halten ,Smalltalk führen ,richtige Antworten schnell finden ,Dinge die ich noch nie konnte , dachte immer das liegt an meiner Schüchternheit oder bin zu dumm .Auch erkenne ich schlecht ,wie andere „drauf “ sind ,und wenn ich es doch erkenne ,z. B. ist einer traurig ,dann weiß ich nicht wie ich reagieren soll , ein Witz machen um ihn aufzuheitern ,tröstende Worte (die mir nie einfallen ) oder soll ich mich überwinden und ihn in die Arme nehmen …. Das mit dem Körperkontakt ist auch so eine Sache ,ich habe ihn nie gemocht und nie gebraucht ,nur meine Partner durften mich anfassen. Das war für mich OK so .Das ich nicht mal meine eigene Kinder ab ein gewisses Alter mehr anfassen konnte ,empfand ich nicht als schlimm, ich tat ja sonst alles für meine Kinder , aber das Kinder auch mal den Satz “ Hab dich lieb “ hören wollen und geknuddelt werden wollen ,das erfuhr ich viel zu spät. Ich fiel in ein tiefes Loch ,habe goße Schuldgefühle .Wie schlimm das ist ,merkte ich, als letztes Jahr der Vater von meinen Jungen ganz unerwartet starb .Ich bekam kein Wort heraus ,unfähig Ihn zu trösten und darüber zu reden ,eine kurze ,steife Umarmung ,das wars. Was bin ich denn nur für eine Mutter . Ob ich nun zu den Asperger gehöre oder nicht ,ich bin mir nicht sicher .Ein Arzt könnte das vielleicht klären, aber die Vorstellung ,ich muss einen fremden Meschen etwas über mich erzählen ,löst bei mir schon Stress aus.
    LG Simone

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    1. denkmomente Autor

      Liebe Simone, hab vielen Dank für dein Vertrauen, dies alles zu schreiben. Du bist herzlich willkommen bei mir! Ich lese von deinem Problemen, die ich auch kenne. Ein Austausch und die Gewissheit sind für mich sehr wichtig, weil es mich gut fühlen lässt. Deswegen habe ich diese Blogs begonnen. Ich bin unter anderem in Facebook unter der Seite „Denkmomente“ zu finden. Zudem kannst du auf meiner Website http://www.marionschreiner.com auch meine Email Adresse finden. Wenn du irgendeine Hilfe oder einen privaten Austausch benötigst, oder wenn du Fragen hast, dann fühle dich frei, mich anzuschreiben. Ich weiß noch, als ich das Syndrom bei mir entdeckte. Zu dieser Zeit hatte ich unzählige Fragen, die mir keiner beantwortete. In diesen Foren für Asperger bin ich nicht rein, fand ich teils zu abstrakt. Ich sende herzliche Grüße an dich, liebe Simone, und pass gut auf dich auf! Liebe Grüße, Marion

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  3. Catrin

    Liebe Marion,

    ich bin auf Umwegen auf deine Seite gestossen, weil ich ursprünglich (und eigentlich auch immernoch) auf der Suche bzw. Erklärung zu den Problemen (oder besser gesagt zum Anderssein) meines 15- jährigen Sohnes bin. Wir haben in den letzten Wochen einen Psychologen- Marathon durchlaufen bei dem letztendlich herauskam, das er eine Depression haben soll, ebenfalls steht auch noch die Diagnose Schizophrenie im Raum. Für mich war das erst einmal ein Schlag. Und irgendwie hab ich mich nicht mit dieser Diagnose anfreunden können, zumal die behandelnde Ärztin sich dabei auch nicht 100%ig sicher ist. Also begann ich nachzuforschen. Der entscheidende Tip kam von meinem älteren Sohn, der im Moment eine Ausbildung als Heilerziehungspfleger macht, denn er meinte das sein kleiner Bruder eventuell Autist sein könnte. Das konnte ich mir Anfangs überhaupt nicht vorstellen, da für mich Autisten bislang wie im Film „Rainman“ aussehen/sind. Nach intensivem Nachforschen kam ich zu der Erkenntnis, das Autisten nicht gleich Autisten sind und das es verschiedene Formen gibt. Bei der Beschreibung von Aspergern fiel es mir wie Schuppen von den Augen, ich erkannte darin meinen Sohn zu 100%! Über die Seite von LunA bin ich dann auf deinen Blog gestossen und erlebte hier meinen 2. persönlichen Aha- Moment… deine Texte, Schilderungen und Beschreibungen… das bin ja ich! Genauso oder ähnlich empfinde ich, so erlebe ich es auch… Ich spüre im Moment eine grosse Erleichterung, da ich endlich weiss, warum ich so bin wie ich bin. Ob ich es bei mir Ärztlich abklären lasse weiss ich noch nicht, immerhin habe ich mittlerweile 49 Jahre damit gelebt und mich mehr oder weniger eingerichtet. Bei meinem Sohn auf jeden Fall…

    Ich danke dir für diesen Blog und das du uns an deinen Gefühlen und Gedanken teilhaben lässt.
    LG Catrin

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  4. denkmomente Autor

    Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, liebe Catrin! Es freut mich sehr, dass ich dir ein wenig helfen konnte. Wenn du weiter Hilfe brauchst oder Fragen hast, dann kannst du sich jederzeit bei mir melden. Ich bin in Facebook unter „Denkmomente“ zu finden oder auch per Email zu erreichen. Die Adresse findest du auf meiner Website marionschreiner.com. Dort sind auch alle Blogs bisher zu finden. Nun wünsche ich dir viel Kraft für all die neuen Wege, die sich auftun in deinem Leben. Wenn du das Gefühl hast, dass der Weg stimmt, dann lasse sich nicht aufhalten!! Liebe Grüße, Marion

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  5. Steffi

    Liebe Marion,
    ich habe nun bereits sehr viele deiner Texte gelesen und erkenne mich ebenfalls wieder.
    Da ich jedoch nicht so gute Worte wie du finden kann, fällt es mir immer schwer meine Probleme zu beschreiben. Im Dialog mit anderen sowieso nicht, aber leider auch nicht, wenn ich versuche es in stillen Momenten aufzuschreiben, um beim nächsten Mal darauf zurückgreifen zu können.
    Das hast du nun zum Glück mit deinem Buch geschafft und ich werde es jedem leihen, der sich für mich interessiert und etwas zum Thema erfahren möchte.
    Zudem kommt, dass ich aufgrund meiner Hochfunktionalität noch viele Zweifel hatte, die du beseitigt hast.
    Ich habe noch keine offizielle Diagnose. Der Termin in Köln ist erst Ende des Jahres, aber ich weiß selbst was es ist. Trotzdem möchte ich eine Art Beweis für mein ungläubiges Umfeld. Ich habe jedoch Angst, dass meine Hochfunktionalität dies verhindert. Ich habe bereits 3 Mal zu hören bekommen, dass ich die Leute angucken würde und es deshalb nicht sein kann. Erklärungen, dass dies nicht immer so war und nur antrainiert ist, scheint niemand ernst zu nehmen…

    Genug von mir. Was ich sagen wollte ist: Vielen Dank für deine tollen Texte, die wirklich sehr viel helfen!!!

    Kann man deine Facebookseite eigentlich auch abonnieren, bzw. kommentieren ohne dass andere das sehen können?

    LG Steffi

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    1. Denkmomente Autor

      Erst einmal vielen Dank für deinen Kommentar! Ich kann deine Angst vor einem ersten Gespräch gut vertsehen und dir nur raten, jemanden aus deiner Familie mitzunehmen, weil tatsächlich beim ersten Gespräch aussortiert wird. Bei mir hat erst mein Mann erwirkt, dass es zu einem zweiten Gespräch kommt, was ich jedoch ablehnte. Außerdem lagen fast ein jahr zwischen dem Gespräch. Inzwischen lebe ich in England…
      Obwohl Dr. Vogeley extra mit hochfunktionalen Frauen arbeitet, so können sich diese im Vorgespräch oft schlecht mitteilen, weil sie einfach zu problemfrei und unauffällig wirken. Ich teilte auch meine Angst mit, missverstanden zu werden. Doch ich glaube, dass man es einfach nicht mag, wenn man schon eine Diagnose für sich gestellt hat. Am besten ist es natürlich, wenn ein theraputhischer Arzt die Diagnose empfiehlt, doch ich war in keiner Therapie, weil ich meine Probleme immer selbst gelöst habe, egal, wie schwer die Umstände waren. Selbst bei einem Zusammenbruch nahm ich keine Hilfe an, weil ich dachte, man sperrt mich als „verrückt“ weg. Dennoch, geh hin und versuche es. viele Frauen bekommen erst nach zwei, drei oder gar vier Anläufen die Diagnose. Ich würde mich freunen, wenndu mir bei Zeiten mal berichten kannst, wie es bei die verlaufen ist. Viele Grüße! 🙂

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      1. Steffi

        In einem anderen deiner Beiträge und den zugehörigen Kommentaren, habe ich schon gelesen, dass du deinen Mann mitgenommen hast und mir das auch vorgenommen. Meine Eltern würden leider nicht in Frage kommen, da sie mich eigentlich gar nicht wirklich kennen und die Diagnose vermutlich eher behindern würden. Ich löse meine Probleme normalerweise auch selbst, auch deshalb wissen sie so wenig von mir.
        Ich Teile deine Meinung, dass Selbstdiagnose nicht gerne gesehen wird, das habe ich auch in anderen Bereichen schon erlebt. Vermutlich fühlen sie sich in ihrem Status als Experte einfach untergraben oder so.
        Ich habe einen Neurologen, der auch Psyschologe ist, gefunden, der mich total überrascht und meine Ärzte-Schublade aus dem Konzept gebracht hat.
        Zuerst hatte er die typischen Vorurteile bzgl. meines vorhandend Blickkontaktes und meine Stimmung war im Keller. Doch er unterhielt sich trotzdem weiter mit mir und änderte tatsächlich seine Meinung! Um das ganze noch zu toppen, gab er außerdem zu, nicht qualifiziert genug für eine genaue Diagnose zu sein und verwies mich an Köln.
        Was ich daran jedoch so anders finde, ist dass er für Selbstdiagnosen offen ist und ich ihm von meinen Vermutungen und Recherchen (z.B. zu meiner Migräne) erzählen kann. Das kenne ich so nicht.

        Ich weiß mittlerweile, dass es noch lange dauern wird, bis ich eine Diagnose habe.
        Aber das finde ich schrecklich, weil ich durch das Wissen, was mit mir los ist, irgendwie noch mehr nachdenke und mich selbst ständig bewerte und mich bei allem frage ob das nun autistisch war. Auch versuche ich bereits mein Verhalten zu ändern, also mehr ich selbst zu sein und nicht nur das zu tun was andere gut und richtig finden. Dadurch denke ich aber auch noch mehr, weil ich nicht weiß wo die Grenzen sind. Ich kenne nur schwarz oder weiß. Entweder ich bin ich selbst oder nicht. Noch schlimmer ist, dass ich durch das ganze Verstellen gar nicht weiß wie ich eigentlich bin und was ich mag. Ich weiß nicht mal, ob ich das überhaupt je wusste. Vielleicht bevor ich zehn war irgendwann mal.

        Ging es dir ähnlich? Ich glaube gelesen zu haben, dass du mit 19 begonnen hast dich anzupassen? Bei mir war es vermutlich in der Grundschule, spätestens in den ersten Jahren des Gymnasiums.

        Vielleicht sollte ich mir wirklich mal helfen lassen und zu Therapie gehen.

        Gerne melde ich mich zum weiteren Verlauf.

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